Kabir und der Skorpion

Kabir, der auf seinem Weg einen Skorpion sah der ins Wasser gefallen war und sich in einer schlimmen Lage befand, versuchte den Skorpion zu ergreifen, um ihn aus dem Wasser zu nehmen und aufs Trockene zu setzen. Aber als er versuchte, das Tier zu berühren, stach es ihn, und er zog seine Hand ein wenig zurück. Nach einer Weile streckte er seine Hand wieder aus, aber der Skorpion gab ihm wieder einen heftigen Stich und er zog seine Hand erneut zurück. Nichts desto weniger versuchte er wiederholt seine Hand auszustrecken um den Skorpion zu erfassen. Da beugte sich sein Begleiter zu ihm herüber und fragte: "Was machst Du da? Weißt Du denn nicht, dass er dich wieder stechen wird?" Kabir antwortete: "Doch, ich weiß es." Warum streckst Du dann Deine Hand aus? Nur um immer wieder einen Stich zu erhalten?" Kabir sagte: "Ich strecke meine Hand nicht aus um erneut einen Stich zu erhalten, sondern um ihm zu helfen!" Der andere meinte. "Du versuchst ihm zu helfen; aber es ist seine Angewohnheit zu stechen." Darauf antwortete Kabir. "Wenn er seine Angewohnheit nicht ändert, warum sollte ich dann meine Gewohnheit ändern? Dies ist meine Art zu handeln. Er ändert seine Handlungsweise nicht, und ich ändere meine nicht."

Sei Balsam

"Rufe die Menschen zur Liebe, sei gütig zum ganzen Menschengeschlecht. Liebe die Menschenkinder, nimm Anteil an ihrem Leid. Gehöre zu denen, die Frieden stiften. Biete deine Freundschaft an und sei vertrauenswürdig. Sei Balsam für jede Wunde, Arznei für jedes Übel. Bringe die Seelen zusammen."

*Abdul Baha

Die Wahrheit selbst wollen

Notwendig ist, die Sehnsucht auszurichten, die Wahrheit selbst, die Freiheit selbst zu wollen und nicht ihre Ersatzstoffe...

www.mystikaktuell.com/2015/07/28

You better be drunk





























*Kabir (*1440; † 1518)

Die Zöllner

Zu einem Alten kam einer und klagte: Ich suche nun so viele Jahre nach Gott und kann ihn nicht finden. Der Alte sah ihn freundlich an und erzählte: Es war einmal ein Mann namens Nasruddin. Er ging mit seinem Esel immer hin und her über die Grenze. Auf dem Esel transportierte er große Lasten Stroh. Die Zöllner wussten, dass er ein bekannter Schmuggler war, und so durchsuchten sie ihn immer wieder, stachen mit Stöcken in die Strohballen, und manchmal verbrannten sie das Stroh sogar und suchten in der Asche nach dem, was er schmuggelte. Aber sie fanden nichts, und Nasruddin wurde reicher und reicher. Schließlich wurde er alt, zog in ein anderes Land und setzte sich zur Ruhe. Dort begegnete ihm ein früherer Grenzwächter und fragte: „Nasruddin, jetzt könnt Ihr es mir ja sagen. Was habt Ihr geschmuggelt, das wir nie gefunden haben?“ Nasruddin lächelte und antwortete: „Esel!“ Siehst du, sagte der Alte, so sucht mancher nach Gott, und Gott ist vor seinen Augen.

Leeres Herz

Wie fern du auch sein magst, meine Liebe zu Dir, erfüllt mein Herz. Meine Sehnsucht nach Dir - lodert wie das Feuer bis in den Himmel empor. Mein leeres stilles Herz wartet wie das Nest auf deine Ankunft - oh Nachtigall. Die Nacht meiner Augen ersehnt die Morgenröte. Oh Glanz meines Lebens oh Atem des Daseins, komm - komm, bring mich nach Hause.

*Azmuto

So machtvoll ist das Licht der Einheit, daß es die ganze Erde erleuchten kann. *Bahaullah (1817 - 1892)

 "Weltfrieden ist nicht nur möglich, sondern unausweichlich. Er ist die nächste Stufe in der Evolution dieses Planeten."

"Der Mensch muß das Licht lieben, gleichgültig, woher es kommt. Er muß die Rose lieben, gleichgültig, in welchem Boden sie wächst. Er muß ein Sucher nach Wahrheit sein, gleichgültig, aus welcher Quelle sie fließt. Anhänglichkeit zur Lampe ist nicht Liebe zum Licht."

"All die Spaltungen, die wir in religiösen Dingen überall sehen, all der Streit und die Gegnerschaft kommen nur daher, daß die Menschen an Ritualen und äußerlichen Regeln festhalten und die schlichte, allem zu Grunde liegende Wahrheit vergessen."

"Die Menschenwelt hat zwei Flügel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Erst wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen. Bleibt ein Flügel schwächlich, so ist kein Flug möglich."

"Die Liebe ist das Licht das durchs Dunkel führt."

"Als erstes musst du nach Geistigkeit dürsten; dann lebe das Leben!"

*Abdu'l-Baha (1844 - 1921)

„Adame la Eljon“ (ich werde wie der Allerhöchste sein)

Shamati 241. Rufet Ihn an, während Er nahe ist 

„Rufet Ihn an, während Er nahe ist.“ Man muss hier nachvollziehen, was es bedeutet: „während Er nahe ist“, denn es heißt „die ganze Erde ist voll Seiner Ehre“? Folglich ist Er stets nahe, was bedeutet dann aber „während Er nahe ist“? Denn das hieße ja, dass es eine Zeit gibt, in der Er nicht nahe ist.

Die Sache ist die, dass man die Zustände stets im Bezug auf jenen Menschen misst, der erfasst und fühlt. Und wenn der Mensch die Nähe des Schöpfers nicht spürt, so kann man auch über nichts sprechen, da alles gemäß der Empfindung des Menschen gemessen wird. Dabei kann es sein, dass der eine die Welt voller Fülle wahrnimmt, der andere aber, der die Güte der Welt nicht spürt, nicht sagen kann, dass die Welt gut ist, sondern gemäß seiner Empfindung sagt er, dass die Welt voller Leid ist...

source: www.kabbalah.de/shamati/241



Was würdest du..


Wir

Wir lesen, wir suchen zu verstehen, wir erklären und streben zu erkennen, aber eine einzige Minute wahrer Erfahrung lehrt uns mehr als Millionen Worte und Hunderte von Erklärungen.

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Drachendressur

Stimme des Herzens

Die Kraft Deines Herzens kann alles besiegen, was dir im Weg ist: Zweifel und Angst, Hass und Zwietracht, Groll und Feindschaft. Nichts von alldem kann der Kraft des Herzens widerstehen. Denn das Herz kämpft nicht und greift nicht an, es überzeugt nicht, überredet nicht und verteidigt sich nicht. Das Herz versteht und nimmt an. Was verstanden und angenommen wird, entzerrt sich und gewinnt seine wahre Natur zurück: Liebe. So verwandelt die Kraft des Herzens alles in Liebe.

*Safi Nidiaye (in: Die Stimme des Herzens)

Seele

Du bist ganz Seele. Der Rest ist nur Fleisch und Knochen. Also mache deine Seele zu einem duftenden Rosengarten, denn Dornengestrüpp taugt bloß als Brennholz.  

*Rumi (1207 – 1273)

Wo soll ich suchen ?

Öffne das Auge deines Herzens, damit du den Geist sehen wirst, damit du sehen wirst, was nicht gesehen werden kann.*Sadr al-Din Shirazi


fehlbar

Da der Mensch nun einmal fehlbar ist, gehen Sieg und Wahrheit nicht immer zusammen. Daher kannst du, wenn du immer gewinnen musst, nicht immer wahrhaftig sein.

*Rabbi Nachman von Bratzlaw (1772 - 1810)

Die Grundlage für jeden wahren Fortschritt

Ist man im Bewustsein (das heißt in dem Bewußtsein, das immer wahrer wird - nicht etwas Angehaltenes, fertiges, sondern ein Bewußtsein im Aufstieg), ist man da drin, dann geht alles gut, sobald man aus ihm herauskommt, um in das alte, nicht fortschreitende Bewußtsein zurückzufallen oder in einen ganz langsamen und unmerklichen Fortschritt, kehrt die Störung zurück. Und das ist wie eine völlig klare, offenkundige Lektion.

Sicher wird ein großer Schritt gemacht sein, wenn es für den Menschen natürlich ist zu versuchen, sich selbst zu vervollkommnen, statt zu erwarten, die Vollkommenheit bei den anderen zu finden. Diese Umkehr ist die Grundlage für jeden wahren Fortschritt.

Der erste menschliche Instinkt ist: die Umstände sind daran schuld, es ist die Schuld der Leute, die Schuld... der hier ist so, der da ist so, jener... Und so geht es endlos weiter. Der erste Schritt, der erste Schritt ist zu sagen: wäre ich, so wie ich sein sollte, wäre alles vollkommen in Ordnung. Und wartet man, um einen Fortschritt zu machen, daß die anderen ihn machen, dann kann man endlos warten. Das ist das erste, was man überall verbreiten müßte. Niemals die Schuld auf die anderen oder auf die Umstände schieben, wie auch immer sie sein mögen, sogar dem Anschein nach die schlimmsten. Wenn man die richtige Haltung einnimmt und im wahren Bewußtsein ist, hat das eine große, sehr große Bedeutung für den inneren Fortschritt. Wahrhaftig, das scheint die erste Lektion zu sein, die man lernen muß.

Sri Aurobindo schrieb (ich übersetze frei), daß der Begriff der Sünde eingeführt wurde, um den Fortschritt zu erleichtern, und sofort (lachend) hat der Mensch die Sünde bei allen anderen Menschen gesehen - niemals bei sich selbst!

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)


"Das Sündenbewußtsein war nötig, damit der Mensch an seiner eigenen Unvollkommenheit Anstoß nehme. Es war Gottes Korrektiv gegen Egoismus. Aber des Menschen Ichsucht begegnet Gottes Mittel, indem sie der eigenen Sünden nur sehr dumpf, der Sünden anderer jedoch sehr lebhaft gewahr wird."

*Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Kor·rek·ti̱v
Substantiv
etwas, das dazu dient, einen Fehler oder Mangel oder eine Einseitigkeit bei einer Person oder zwischen Personen auszugleichen.



Wasser



In Scetis begang ein Bruder einen Fehler. Ein Rat wurde einberufen, zu welchem Vater Moses eingeladen wurde, doch er lehnte es ab dorthin zu gehen. Da sandten die Priester jemanden zu ihm und sagten: „Komm, denn wir alle warten auf dich“ So stand er auf und ging. Er nahm einen undichten Krug, füllte ihn mit Wasser und brachte ihn mit. Die anderen kamen heraus ihn zu empfangen und fragten, „Was ist das, Vater?“ Der alte Mann sagte zu ihnen, „Meine Sünden sind hinter mir ausgelaufen, so dass ich sie nicht mehr sehe und heute komme ich, um die Fehler eines anderen zu richten. “ Als sie das hörten sagten sie nichts mehr über den Bruder und vergaben ihm.





Die Sünde – eine gute Sache - jeder Zustand auf der spirituellen Leiter ist gut.

Die Gelehrten des Talmud und der Kabbalah sagen: “Es gibt keinen Gerechten, der nicht zuvor gesündigt hat”, was bedeutet dies? „Sünder” ist eine spirituelle Stufe - weder gut noch schlecht! Während in mir der Egoismus erwacht und mich lenkt, und ich dies erkenne, komme ich zur stufe „Sünder“ (so wird diese Stufe in den alten Schriften bezeichnet). Ich zerfresse mich jedoch nicht selbst deswegen, nein – ich bin dankbar dies zu sehen, und für die möglichkeit mich selbst weiter zu Entwickeln, mich darüber zu erheben.



Der Pharao & der Schöpfer, Zwei Kräfte in mir !

„Der Pharao verstand selbst, dass er ein Sünder und der Schöpfer ein Gerechter ist. Das heißt, jeder Zustand auf der spirituellen Leiter ist gut. Die „Sünder“ sind hohe Stufen, die den Gerechten vorangehen. Auf diese Weise wechseln sich diese Zustände ab: mal Sünder, mal Gerechter, und wieder: Sünder und Gerechter,  wieder und wieder. Als ob ich mich auf zwei Beinen bewegen würde - das eine eines Sünders und das andere eines Gerechten. Mal kann ich den „Schöpfer“ und die Dinge die mir passieren - rechtfertigen, dann heiße ich „Gerechter“ und ein andermal nicht, dann bin ich auf der stufe: „Sünder“. Daraus wird sichtbar, dass es unmöglich ist etwas zu korrigiren sich weiter zu entwickeln, wenn man nicht zuerst die Erfahrung des Gegenteiligen macht. Wie gesagt wird: “Es gibt keinen Gerechten, der Gutes tut, bevor er nicht gesündigt hat”.

*Rav M. Laitman

*Gregor von Nyssa (ca.*340 - †394) - Zitate


- Nichts scheint mir wunderbarer, als alle Sinne zum Schweigen zu bringen und zu sich selbst zurückzukehren und mit sich und Gott Zwiegespäch zu halten.

 - Gott erzieht uns durch das, was uns widerwärtig ist.

- Keiner von uns ist einzig für sich auf der Welt. Er ist auch für alle anderen da.

- Auch ist Gott Liebe und Quelle der Liebe. Der Apostel Johannes sagt : « die Liebe ist aus Gott » und : « Gott ist die Liebe ». Er, der unsere Natur geformt hat, er hat diesen Charakter auch in uns gelegt : « Daran », sagte er, « werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt.

Die Dunkelheit ist angenehmer als die Blindheit.

Da die Sufis oft als Torheit ansehen, was bornierte Philosophen sich unter Weisheit vorstellen, nennen sie sich zu weilen "Die Narren". Überdies enthält durch einen Glücksfall das arabische Wort "Heiliger" (wali) in Buchstaben den gleichen numerischen Gegenwert wie das Wort "Narr" (balid). 

hier nun einige Sufi Narrheiten:





"Die zahlreichsten unter den Paradiesbewohnern sind die Narren."

"Ein Blinder sagt zu einem anderen Blinden: "Dies ist ein schwarzer Tag, an dem wir zusammengetroffen sind."

"Der Arzt ward meiner Krankheit überdrüssig."

"Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt."

"Wer sich erkennt, der erkennt seinen Herrn."

"Hör immer gut zu, wenn weise und gelehrte sprechen. Und wenn du selbst sprichst, dann lass dir ebenfalls nicht entgehen, was du sprichst."

"Die Fische des Meeres versammelten sich vor einem großen Fisch und fragten ihn: "Was ist das Wasser?" Der große Fisch antwortete: "Zeigt mir erst etwas anderes als Wasser, dann will ich euch das Wasser zeigen."

My heart

video

My heart is a born God-seeker.
My life is a born God-lover.
My soul is a born God-distributor.

source: www.radiosrichinmoy.org/10137

score: www.srichinmoysongs.com/my-heart

*Composed by Sri Chinmoy on April 12, 1989


Herzen

Die Menschen, die ihre Herzen polieren, sind dem Reich der Gerüche und Färbungen entkommen. Mit jedem Atemzug betrachten sie das Schöne - ohne Zögern, ohne Hast. Niemand kann ihre Herzen besiegen, die Hiebe treffen die Austernschale, nicht die Perle.

*Rumi (Masnavi)

Finderlohn

Nasrudin lief durch die Straßen seines Dorfes
und rief so laut er konnte: "Finderlohn!
Wer meinen Esel findet, erhält ihn als Belohnung!"
"Aber Nasrudin!", sagte da ein Nachbar.
"Bist du verrückt geworden?"
"Ganz und gar nicht", entgegnete Nasrudin.
"Weißt du denn nicht, dass die Freude
etwas wiederzufinden größer ist als die,
es zu besitzen?"