das körperlose Unendliche

Vermagst du Gott als das körperlose Unendliche zu sehen und Ihn dennoch so zu lieben wie ein Mann seine Geliebte? Dann ist dir die höchste Wahrheit des Unendlichen enthüllt worden. Vermagst du den Unendlichen auch in einen Körper zu kleiden, den man umarmen kann, und Ihn in jedem einzelnen dieser sicht- und greifbaren Leiber zu sehen? Dann ist auch Seine weiteste und tiefste Wahrheit in deinen Besitz gelangt.

*Sri Aurobindo

Der Tag



Der Tag wird in der Nacht Geboren.
Jede Füllung bedarf eines Mangels.
Jeder Aufstieg bedarf eines Abstiegs.
So, geht es abwärts auf dem Weg
der nach oben führt !

*Azmuto

The thirst..











Link:
azmuto.blogspot.com/erlange Durst - genieße Ihn

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Leide ich Schmerz

"Leide ich Schmerz oder Kummer oder an einem Unglück, so sage ich: "Na, mein alter Spielkamerad, du willst mich also wieder einmal ärgern", und setze mich hin, das Vergnügen des Schmerzes, die Freude des Kummers und das Glück des Unglücks zu genießen; dann sieht Er sich entdeckt und entfernt Seine Schatten und Schreckgespenster von mir."

"Ich pflegte Schmerz zu hassen und zu meiden und mich darüber zu kränken; jetzt aber erkenne ich, hätte ich nicht so gelitten, so besäße ich nun nicht, geübt und vollendet, dies unendlich und vielfältig empfindliche Wonnevermögen in Geist, Herz und Leib."

"Dennoch aber, o Menschenseele, trachte nicht nach Schmerz, denn das ist nicht Sein Wille, sondern trachte einzig nach seiner Freude; was den Schmerz betrifft, so kommt er in Seiner Vorsehung schon so oft und so viel zu dir, wie für dich nötig ist. Dann ertrage ihn, damit du schließlich seinen Kern der Verzückung findest."

"Ich schwor, nicht mehr unter dem Kummer dieser Welt, ihrem Stumpfsinn, ihrer Grausamkeit und ihrer Ungerechtigkeit zu leiden, und machte mein Herz in seiner Ausdauer so hart wie einen unteren Mühlstein und mein Denken wie polierten Stahl. Ich litt nicht mehr, aber auch die Freude war von mir gewichen. Da hat Gott mein Herz aufgebrochen und meinen Geist umgepflügt. Durch grausame und unaufhörliche Qualen erhob ich mich zu seliger Schmerzlosigkeit und durch Leiden, Empörung und Auflehnung zu unendlichem Wissen und unerschöpflichem Frieden."


“Jeder Schmerz und jede Qual unseres Wesens birgt das Geheimnis einer Verzückungsflamme, mit der verglichen unsere größten Vergnügungen bloß trübes Geflacker sind.”

*Sri Aurobindo

Jenseits der Worte

Jenseits der Worte, jenseits der Gedanken macht sich die Höchste Gegenwart fühlbar und bringt uns zum Staunen. Hüten wir uns vor aller Mentalkonstruktion, die begrenzt und entstellt. Bemühen wir uns, die Verbindung rein zu erhalten.

*Mira Alfassa

unendliche Freiheit

"Gott ist der höchste Jesuitenvater. Stets tut Er Böses, damit Gutes daraus entstehe, führt stets irre, um eine größere Führung zu begünstigen, unterdrückt stets unsern Willen, daß dieser zuletzt unendliche Freiheit erlange."

*Sri Aurobindo

Bewußtsein & Glückseligkeit

































"Was zu einer Zeit von Wert ist, verliert ihn zu einer andern in dem Maße, wie das menschliche Bewußtsein fortschreitet."

"Der Mensch hat ein Recht auf Glückseligkeit, weil er dazu geschaffen worden ist. Doch jede ichbezogene Regung ist gerade das Gegenteil dieser Glückseligkeit. Sucht man sie also für sich allein, so stößt man sie von sich, anstatt sie anzuziehen. Im Selbstvergessen, in der Selbsthingabe, ohne etwas dafür zu verlangen, indem man sozusagen in dieser Glückseligkeit selbst dahinschwindet, damit sie über allen erstrahle, findet man den inneren Frieden und die Freude, die einen nie verlassen."

"Das wahre Epos, die wahre Glorie ist es, das Göttliche in sich zu finden un nach Seinem Gesetz zu leben."

"Will man aufrichtig nach der Wahrheit leben, so muß man wissen, daß einen alles etwas lehren kann und jeder Augenblick die Möglichkeit zu einem Fortschritt bietet. Oft enthüllt eine große Dummheit ein großes Licht, wenn man es zu sehen weiß."

*Mira Alfassa



Verzweiflung

Der Sufi Tirmidhi erzählte: „So sehr ich auch mit meiner Seele rang, um sie zu bezwingen – ich erreichte nichts, verlor jede Hoffnung und sagte mir: „ Vieleicht hat Gott, der Hocherhabene, diese Seele für die Hölle geschaffen. Wozu bewahre ich, was zur Hölle verdammt ist ?“ Ich lief zu dem Ufer des Oxus und bat jemanden, meine Hände und Füsse zu binden. Dieser ging fort, und ich rollte mich zur Seite, warf mich mich in das Wasser, um zu ertrinken. Das Wasser schlug zusammen, und befreite meine Hände; eine Welle kam und warf mich ans Ufer zurück. Ich verzweifelte an mir und sagte: „Gepriesen seist Du, Gott! Du hast eine Seele geschaffen, weder des Paradieses würdig noch der Hölle.“ In jenem Augenblick, als ich an mir selbst verzweifelte, tat sich mein Inneres auf, ich erkannte, was mir not tat, und nahm Abstand von mir selber. Solang ich lebe, lebe ich dank dieses Augenblickes.“

*Fariduddin Attar (1136-1220)

"Die spirituelle Krise ist etwas Normales, wenn jemand ernsthaft einen spirituellen Weg betritt." Der Zen-Meister, Benediktiner-Mönch und Mystiker Willigis Jäger über die verschiedenen Stufen einer spirituellen Krise.

"Ich nenne die Fähigkeit, andere Hüllen des Bewusstseins zu betreten, Liebe. Die Liebe sagt, Ich bin alles. Die Weisheit sagt, Ich bin nichts. Zwischen diesen beiden fließt mein Leben." *Maharaj

"Ihr Interesse an anderen ist egoistisch, es dient Ihrem eigenen und ist selbstorientiert. Sie sind nicht an der Person anderer interessiert, sondern nur daran, inwieweit Sie dadurch bereichert werden oder Ihr eigenes Image aufpolieren können. Der Gipfel der Selbstsucht ist, sich nur um den Schutz, den Erhalt und die Vermehrung des eigenen Körpers zu kümmern. Mit Körper meine ich alles, was in Bezug zu Ihrem Namen und Ihrer Form steht – Ihre Familie, Sippe, Land, Rasse usw. Seinem eigenen Namen und seiner Form verhaftet zu sein ist reiner Egoismus. Jemand, der weiß, dass er weder der Körper noch der Verstand ist, kann nicht egoistisch sein, denn er besitzt nichts, wofür er egoistisch handeln könnte. Die Liebe ist nicht wählerisch, die Begierden und Wünsche sind wählerisch. In der Liebe gibt es keine Fremden. Wenn sich das Zentrum des Egoismus aufgelöst hat, dann löst sich auch der Wunsch nach Freuden und die Angst vor Schmerzen auf. Man ist nicht mehr daran interessiert, glücklich zu sein."

*

"Auf immer und ewig können Sie woanders nach Wahrheit, Liebe, Intelligenz und Wohlwollen suchen, Gott und die Menschen anflehen – alles umsonst. Sie müssen bei sich selbst anfangen, mit sich selbst, das ist das unumgängliche Gesetz. Sie können nicht das Spiegelbild ändern, ohne Ihr Gesicht zu ändern. Realisieren Sie zuerst, dass die Welt nur eine Reflexion Ihrer selbst ist, und hören Sie auf, nach Fehlern an der Reflexion zu suchen. Beschäftigen Sie sich mit sich selbst, bringen Sie sich selbst in Ordnung – mental und emotional. Das Physische wird automatisch folgen. Sie reden soviel von Reformen, ökonomisch, sozial, politisch. Lassen Sie ab von den Reformen, und kümmern Sie sich um den Reformer. Was für eine Welt kann jemand erschaffen, der dumm, gierig und herzlos ist? Es ist weder nötig noch möglich, andere zu ändern. Aber wenn Sie sich selbst ändern, werden Sie feststellen, dass keine anderen Veränderungen nötig sind. Um den Film zu ändern, wechseln Sie einfach die Filmrolle aus, Sie attackieren nicht die Leinwand. Sie müssen aufhören, im Äußeren zu suchen, was nur im Inneren gefunden werden kann. Klären Sie Ihre Sicht, bevor Sie anfangen zu agieren. Läutern Sie Ihren Verstand, reinigen Sie Ihr Herz, heiligen Sie Ihr Leben – das ist der schnellste Weg, Ihre Welt zu verändern."


*
Frage: Was ist Liebe?

Maharaj: Wenn das Gefühl von Trennung und Unterscheidung nicht vorhanden ist, dann können Sie es Liebe nennen.

Frage: In der Liebe muss es Dualität geben, den Liebenden und das Geliebte.

Maharaj: In der Liebe gibt es noch nicht einmal den Einen, wie kann es da zwei geben? Liebe ist die Weigerung zu trennen, Unterschiede zu machen. Bevor Sie an Einheit denken können, müssen Sie erst die Zweiheit abschaffen. Wenn Sie wirklich lieben, sagen Sie nicht: „Ich liebe Sie.“ Wo immer etwas in Gedanken gefasst wird, gibt es Dualität.

Frage: Ist es die Liebe, die die Brücke zwischen dem Geist und dem Körper schlägt?

Maharaj: Was sonst? Der Verstand schafft den Abgrund, das Herz überwindet ihn.

Frage: Was bringt mich dazu zu lieben? Maharaj: Sie sind die Liebe selbst – wenn Sie keine Angst haben. Frage: Warum gibt es in der Liebe so viel Leiden?

Maharaj: Alles Leiden wird aus Verlangen geboren. Wahre Liebe ist niemals enttäuscht. Wie kann das Gefühl von Einheit enttäuscht werden? Der Wunsch es auszudrücken, kann enttäuscht werden, doch solche Wünsche kommen aus dem Verstand. Wie bei allem Mentalen sind Enttäuschungen unausbleiblich. Aus Verlangen und Ängsten zu handeln bedeutet Gefangensein, aus Liebe zu handeln bedeutet Freiheit.

Frage: Gibt es im gesamten Universum eine einzige Sache von Wert?

Maharaj: Ja, die Macht der Liebe.

Ein Herz




Quelle:
www.tatparah.detat_video/de_sufi-poetry

Ich werde

Ich werde zu dem, was ich in mir sehe. Alles was das Denken mir eingibt, kann ich tun; Alles was das Denken mir eröffnet, kann ich werden. So sollte des Menschen unerschütterlicher Glaube an sich selbst beschaffen sein. Denn Gott wohnt in ihm.  

*Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Gehe weiter, höher, immer höher. Um nichts weniger, als dies welches die Höchsten der Menschheit erreicht haben. *Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Man muß fähig sein, spontan all das zu werden, von dem die Menschheit sich vorstellt, es wäre das Höchste, Schönste, Vollkommenste, Selbstloseste, Umfassenste, Beste, bevor man seine spirituellen Schwingen öffnet und auf all das von oben herabblickt als etwas, das immer noch zum individuellen Selbst gehört, um dann in eine wahre Spiritualität einzugehen, welche keine Grenzen kennt, welche in integraler Weise Unendlichkeit und Ewigkeit lebt.

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Gib mir ein Hindernis um zu Wachsen !

Damit die innere Flamme brennt, muß man sie nähren, muß man über das Feuer wachen, muß das Brennmaterial all der Irrtümer, die man loswerden möchte, hineinwerfen, all das, was den Fortschritt verzögert, alles was den Pfad verdunkelt. Wenn man das Feuer nicht schürt, schwelt es unter der Asche der eigenen Unbewußtheit und Trägheit, und es werden nicht Jahre, sondern ganze Leben, Jahrhunderte vergehen, bevor man das Ziel erreicht.

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Zitate von Bernhard von Clairvaux















 "Den Garten des Paradieses
betritt man nicht mit den Füßen,
sondern mit dem Herzen."

"Wir finden innere Ruhe bei denen,
die wir lieben, und wir schaffen in uns
einen ruhigen Ort für jene, die uns lieben."

"Die Liebe wandelt die Seelen um
und macht sie frei."

"Viele studieren nur, um etwas zu wissen,
das ist Vorwitz; andere, damit sie etwas gelten,
und das ist Eitelkeit; andere, um ihre Kenntnisse feilzubieten,
und das ist Eigennutz, wenige nur, um andere zu erbauen
oder selbst erbaut zu werden."

"Niemand kann ohne Selbsterkenntnis selig werden.
Denn aus ihr geht die Mutter des Heils,
die Demut, hervor."

"Die Liebe blickt zu niemandem
bewundernd hinauf, sie schaut
auch auf niemanden verächtlich hinab.
Sie betrachtet alle als gleich,
die einander vollkommen lieben.
Sie gleicht durch sich selbst hoch und niedrig aus.
Sie macht nicht nur alle gleich,
sondern sie macht auch alle eins."

"Lieb ist wohl allen das Licht;
aber am liebsten denen,
die lange in finsterer Nacht wandelten."

"Sei wie eine Brunnenschale,
die zuerst das Wasser in sich sammelt
und dann überfließend es weitergibt."

Jedes Mal...

Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn ihr einem Menschen helft, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn jemand beschließt, ehrlich zu leben, ist Weihnachten Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn du versuchst, deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn ihr einander anseht, mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen, ist Weihnachten. Denn es ist geboren die Liebe. Denn es ist geboren der Friede. Denn es ist geboren die Gerechtigkeit. Denn es ist geboren die Hoffnung. Denn es ist geboren die Freude. Denn es ist geboren Christus, der Herr.


Weihnachten ist ... Wenn ein stilles Lächeln von Herzen kommt. Wenn das Ich zum Wir sich wandelt. Wenn Hände lieber geben als nehmen. Wenn Abstand Nähe wird. Wenn Helfen ein wichtiges Wort wird. Wenn Augen zu leuchten beginnen. Wenn eine Träne nicht Leid bedeuten muss.

*aus Brasilien 

Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: deshalb heißt diese nunmehr Weihnacht. *Speculum ecclesiae

Das erste Wortglied weih wird von germanisch wīʒja, wīha ‚heilig‘ aus der Grundform des Verbs *wīʒjan ‚weihen‘, und des Weiteren aus der indogermanischen Wortwurzel *ueik ‚aus-, absondern, weihen‘ abgeleitet. Für die deutsche Sprache wichtige ableitende Formen sind: gotisch weih-s, althochdeutsch, altsächsisch wîh und mittelhochdeutsch wî(c)h und das schwache Verb wîchen. Das Wort kann also mit „heilige Nacht“, beziehungsweise eher als „heilige Nächte“ übersetzt werden, da zum einen das zweite Wortglied -naht hier an die alte Zeiteinteilung vom Tag mit Beginn der Nacht ansetzt (englisch fortnight ‚vierzehn Tage“ aus altenglisch fēowertyne niht) und zum anderen der Plural auf mehrere Feiertage in Bezug auf die altkirchliche Tradition der „zwölf Weihnachtstage“ vom 25. Dezember bis Epiphanias am 6. Januar hinweist.

Der Standpunkt

Nasreddin saß am Flussufer, als jemand vom anderen Ufer aus rief: „Wie komme ich denn hier auf die andere Seite?“ Drauf antwortete Nasreddin: „Du bist auf der anderen Seite!“

 

 



 











~ Der Prediger ~

Nasreddin kam einmal in ein Dorf und trat eine Stelle als Mullah an. Zu seinen Aufgaben gehörte es, jeden Freitag eine Predigt über eine Sure des Korans zu halten. Am ersten Freitag stieg er auf die Kanzel und fragte seine Zuhörer nach Verlesung der Sure: „Versteht ihr, was ich gerade las?“ Seine Hörer sagten natürlich: „Nein.“ Darauf antwortete Nasreddin: „Dann brauche ich auch erst gar nicht anzufangen, weil das für euch ja sowieso zu schwierig ist.“ Sprach’s und stieg von der Kanzel. Die Dorfbewohner wunderten sich über ihren neuen Mullah, und machten aus, am nächsten Freitag anders zu antworten. Wieder fragte Nasreddin: „Versteht ihr auch, was ich gerade las?“ Diesmal sagten sie: „Ja.“ Nasreddin antwortete: „Dann brauche ich es euch ja nicht noch einmal zu erklären.“ Und stieg von der Kanzel. Die Dorfbewohner waren nun etwas ungehalten und verabredeten, ihrem Mullah eine Falle zu stellen. Als der dritte Freitag kam, stieg Nasreddin wieder auf die Kanzel, las die Sure und fragte: „Versteht ihr auch, was ich gerade las?“ Diesmal sagten einige „Ja“, und einige „Nein“. Nasreddin blickte sie lächelnd an, und antwortete: „Dann mögen doch bitte die, die es verstehen, denen, die es nicht verstehen, erklären.“ Stieg von der Kanzel und zog weiter.

Von dieser Welt zur nächsten

"Ich bin eingezwängt wie das Kind im Mutterleib, ich bin neun Monate alt geworden, ich muss dringend auswandern."  
* Koran 

Die schwangere Frau weint bei der Geburt und sagt: "Wo gibt es Zuflucht?" - doch das Kind lacht und sagt: "die Erlösung ist da."
* Rumi

Nimm alles Kommende in Liebe auf dich, und du wirst diese und die kommende Welt haben.
* Baal Schem Tow 

Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muß eine Welt zerstören.
* Hermann Hesse 

Gib was du hast. Gib was du bist. Dann wirst du gesegnet sein mit neuem Licht und neuen Welten.
* Sri Chinmoy

Der Mensch kommt mit einem Seufzer zur Welt, und mit einem Seufzer scheidet er aus der Welt. Er kommt zur Welt in Liebe, und er scheidet aus der Welt in Liebe.  
* Mirdrasch Raba 

„Woher kommst du?“ Sie sagte: „Aus jener Welt.“ „Und wohin gehst du?“ Sie sagte: „In jene Welt.“ „Was tust du hier ?“ wurde sie gefragt. Sie sagte: „Ich treibe ein Spiel.“ „Welcher Art?“ wurde sie gefragt, und sie antwortete: „Ich esse das Brot dieser Welt und verrichte das Werk, jener Welt“
 * Rabia al-Adawiyya

Der Mensch muss diese Welt auf einem sehr schmalen Steg durchqueren. Es kommt darauf an, sich niemals zu fürchten. *Rabbi Nachman von Bratzlaw
 “Welt” (”oLaM” vom Hebräischen “aLaMa”, Verhüllung) genannt, in anderen Worten das Ausmaß der von uns erkannten Verhüllung. Daher sind “diese Welt” und die “nächste Welt” nichts anderes als zwei Stufen. Die eine ist das, was ich jetzt fühle und beobachte, ich kann das nachprüfen, erforschen und studieren. Die andere ist der Zustand, nach welchem ich strebe, das Ausmaß der Verhüllung, die ich enthüllen und erkennen möchte. Ihn nennt man meine nächste oder zukünftige Welt.
* Rav M. Laitman

Einen von Tausend fand ich ! Tausend kommen in das Zimmer, doch nur einer geht zum Licht hinaus. *Zohar

Es sät Samen zu seinem Ruhm, wie der Samen feiner purpurner Seide hüllt es sich selbst darin ein, webt sich einen Palast, begründet sein Lob, befruchtet alles. *Zohar

Immer wieder wird eine höhere spirituelle Stufe offenbart. Uns erscheint sie als Dunkelheit, als eine unangenehme Empfindung.

Das Licht der zukünftigen Stufen

Um uns zu den fortgeschrittenen Zuständen zu erwecken, beginnen diese fortgeschrittenen Zustände, uns von weitem zu beeinflussen. Wir entwickeln dadurch eine Hoffnung auf etwas Gutes. Als ob jemand dem Kind das Eis zeigen würde. Trotz der Vorfreude auf das Eis geht es ihm schlecht, weil das Eis noch nicht in seinen Händen ist. Das Eis neckt das Kind bloß!

Das Gleiche geschieht mit uns. Wir beginnen, nach einem besseren Zustand zu streben. Unser jetziger Zustand scheint uns in unseren Empfindungen schlecht zu sein und wir richten uns nach einem besseren Zustand aus. So steigen wir auf. Immer wieder wird eine höhere spirituelle Stufe offenbart. Uns erscheint sie als Dunkelheit, als eine unangenehme Empfindung. In dem Fall mit dem Eis ist alles klar und verständlich.

Das Kind weiß, dass die Belohnung kommt, wenn das Eis nur in seine Hände gelangt. Uns dagegen ist es nicht ganz klar, ob wir für unsere Anstrengungen belohnt werden. Deshalb erscheint uns die Verhüllung des Höheren als ein unangenehmer Zustand, wir befinden uns im Fallen und empfinden keinen Geschmack an der spirituellen Arbeit. Deshalb sind für uns zusätzliche Unterstützungsmittel so notwendig: die Gruppe, das Studium.

*Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 26.10.2011
quelle: www.laitman.de/das-licht-der-zukünftigen-stufen

Alles Leid

Alles Leid der Welt
entsteht aus dem Wunsch
nach eigenem Glück.
Alles Glück der Welt
entsteht aus dem Wunsch,
dass andere glücklich sein mögen.

*Shantideva (7./8. Jahrhundert)

Wenn ich mich nicht für eine höhere Stufe eigne, nehme ich sie nicht wahr.

Checkpoints in allen 125 Stufen 

http://www.laitman.de/checkpoints-in-allen-125-stufen/

Vergiß nie...

Vergiß nie, daß du nicht allein bist. Das Göttliche ist bei dir, um dir zu helfen und dich zu führen. Es ist der Gefährte, der dich nie im Stich läßt, der Freund, der dich mit seiner Liebe tröstet und stärkt. Wenn du Vertrauen hast, tut ES alles für dich.

*Mira Alfassa, bekannt als The Mother / Die Mutter, (* 21. Februar 1878 in Paris; † 17. November 1973 in Puducherry)


Links:
- http://azmuto.label/Die Mutter Mira Alfassa 

- www.mother/writings 

Verstand

Die Tür zur Befreiung ist sehr eng, enger als die Breite eines Senf Korns. Der Verstand ist größer als ein Elefant, wie soll der da durch?  
*Kabir, (1440 - 1518)

Versuchst du den Weg zur Wahrheit mit dem Verstand zu finden, erweist sich das als unmöglich. Sobald du den Verstand jedoch fahren läßt, sind da keine Hindernisse mehr.  
*Sanai, (1080 - 1131)

Verstand

Verstand ist so lange gut und wünschenswert, bis er dich zum Tor des Königs bringt. Hast du einmal sein Tor erreicht, dann ergib dich und scheide dich vom Verstand, denn in jener Stunde ist der Verstand schädlich, ein richtiger Wegelagerer. Wenn du den König erreicht hast, ergib dich Ihm; du hast dann keinen Nutzen vom Wie und Warum! Ebenso ist Verstand so lange gut für den Kranken, bis er ihn zum Arzt gebracht hat; wenn er ihn zum Arzt gebracht hat, ist der Verstand zu nichts mehr nütze, und er muss sich ganz dem Arzt ergeben.

"Spreche immer aus dem Herzen, niemals aus dem Verstand. Deine Aufrichtigkeit und dein Mut werden auch für andere ein Beispiel sein, und wenn sie Dir zuhören, dann werden sie begeisternd ihr gewonnenes Herz offenbaren. Dieses "Sprechen des Herzens" ist spirituelle Tat.

 *Rumi

Chanukka („Weihung / Einweihung“) – Das jüdische Lichterfest - 17. bis 24. Dezember 2014 (5775)

Dem Verstand enstprechend leben oder der Liebe entsprechend leben.

Frage: Die Feiertage von Channukah beginnen und erinnern uns an den Sieg der Makkabäer in dem Krieg gegen die Griechen. Was ist die tiefere  innere Bedeutung ihres Wiederstandes ?

Antwort: „ Die Griechen“ ist mein Verlangen; mein Egoismus der mir sagt:“ Hör zu, du musst dich auf deinen logischen Verstand und deine Instinkte verlassen. Wir müssen im Verstand leben. Du kannst dein Leben rational gestalten und jede Möglichkeit evaluieren und abwägen. Sei wie alle anderen auch.“

Aber es gibt eine andere Sichtweise: die der „Makkabäer.“

„Nein,“ sagt der Makkabäer, „ wir wollen so nicht vegetieren. Wir wollen nach Abrahams Gesetzen leben, der die Grundlage gelegt hat, nach dem Prinzip der Liebe für andere wie für einen selbst. Das ist was wir erlangen müssen.“

Der Grieche, in mir, antwortet: „Ehrlich gesagt hast du 100% recht.
Aber warte, wie soll das funktionieren? Selbstverständlich würde ich gerne im Sinne der Liebe leben. Aber das ist eine unerreichbare Utopie. Habt ihr eine Pille die ich schlucken kann, die mir versichern kann, dass alle Menschen auf der Erde einander lieben werden? Kann man Verbindung durchsetzen, gegenseitige Fürsorge, Hilfe, Bürgschaft und Gleichheit überall anwenden? Bist du in der Lage alle miteinander zu befreunden ?

Ein kleiner Makkabäer versteckt sich in meinem Inneren und ein großer strammer Grieche hat sich vollständig in mir etabliert. Welcher Krieg wird zwischen ihnen entfacht? Ich erhalte eine Antwort die mir sagt:“ Auch wenn du das äußere Bild aufgibst, so verstehst du, dass es keinen anderen Weg gibt. Wir müssen absolute Verbindung erreichen, jene, welche die Liebe ist.

Dann wird dir bewusst werden, dass die gesamte Welt nur ein Theater der Illusion war. Es wird verschwinden und verblassen; wie in den Hollywood-Filmen. Sie wird sich auflösen und es wird klar sein, dass das Gesamtbild pure Illusion war. Dies wird unter einer Bedingung geschehen: Dass du deinen Funken, deine Kerze mit dem gesamten Licht der Welt vereinst. Um die Notwendigkeit zu fühlen, musst du Anstrengungen auf dich nehmen, die deinem Verstand entgegengesetzt sind.

Die "Makkabäer" haben den Krieg gewonnen, weil sie sich verbunden haben. Sie haben es ihrem Volk als notwendigen Schritt erklärt. Es geschieht bereits. Wenn wir uns jetzt verbinden werden wir alle negativen Kräfte neutralisieren. Also lasst uns diese Einheit erlangen. Was kann schon schlimmes passieren? Nichts. Wir müssen uns nur ein bisschen anstrengen. Das ist was die Chanukkia (Chanukkaleuchter) uns erzählen will: Durch Verbindung werden wir die größte Schlacht schlagen.

























source: http://www.laitman.de/dem-verstand-enstprechend

Wille & Hindernis

Es gibt kein Hindernis, das man nicht überwinden kann,
denn das Hindernis ist nur wegen des Willens da,
und in Wahrheit sind keine Hindernisse als nur im Geist.

*Rabbi Nachman von Bratslav (* 1772 - †1819)


*

video

Zustand

"Niemand kann den Zustand von jemand beschreiben, der den Willen Gottes zu seinem eigenen gemacht hat. Wer auch immer es versucht, muß sich seine Torheit eingestehn. Kein Ausfüllen von Papier, keine Schreibfeder oder Schreiber kann jemals den Zustand eines solchen Menschen beschreiben. Ja, die Macht der Worte ist groß, aber es sind nur Wenige, die das wissen."

*Guru Nanak

Urteile sind Mauern

Alles ist Überraschung, alles ist immer neu, immer anders. Für die meisten ist nichts Überraschend, sie wissen alles schon, sie sind sich sicher. Jedoch für unwissende Augen ist alles neu, es gibt nichts mehr, womit ihr vergleichen könnt, nichts, was euch an Vergangenes erinnert, nichts, was euch die Zukunft deutet – alles – ist einmalig. So war es nie zuvor und so wird es nie wieder sein. Das bloße Urteilen ist feindselig. Alles auch der Mensch ist ein sich ständig verändernder Strom. Das Leben ist Bewegung, ein ständiges Fliessen. Eine sich Ständig ausgleichende Ordnung. Jeden Augenblick ist es neu. Aber das Denken ? Das Denken ist niemals neu. Es hinkt immer hinterher. Der Verstand sammelt nichts als tote Fußspuren. Sie beweisen, dass das Leben hier war, aber jetzt schon weitergegangen ist. Der Verstand hinkt immer hinter dem leben hinterher.



Denke immer daran, 
dass es nur eine wichtige Zeit gibt. 
HEUTE. HIER. JETZT. 
*Tolstoi

This is my day...


“This is my day; I love it.
This is my morning God-Hour; I need it.
This is my Supreme moment; and I am it.”



source: www.radiosrichinmoy.org/9887/

score: www.srichinmoysongs.com/This+is+my+day

Lieber bin ich ein Optimist der sich irrt,als ein Pessimist der immer recht hat.


Die Reise

Ich werde mich nun rufen,
ich werde mich rufen,
Im Wald meines Herzens,
mir selbst gegenüber,
werde ich mich lieben und lieben.
Ich werde meine eigene Suche sein,
mein höchster Reichtum.
Die Reise des höchsten Lichts
wird im Herzen der Freiheit beginnen.

*Sri Chinmoy

Erkenntnislosigkeit

Durch unsere Erkenntnislosigkeit scheinen wir aufgeteilt, begrenzt zu sein und sind zu Herrn und Frau Soundso geworden. Doch die ganze Natur straft diese Täuschung Lügen. Ich bin nicht der kleine Mann oder die kleine Frau, von allen anderen getrennt. Ich bin die eine, universale Existenz. Die Seele erhebt sich in jedem Augenblick in ihrer ganzen Majestät und tut die ihr innewohnende Göttlichkeit kund.
* Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Sockosophie

Die Zukunft des Menschen hängt von der Dankbarkeit für die Vergangenheit ab. *Shamati 26

Wenn ich auf mein vergangenes Leben zurückblicke, sehe ich, ohne Scheitern und Leiden hätte ich meines Lebens höchste Segnungen verpaßt; doch zum Zeitpunkt des Leidens und Scheiterns quälte mich das Gefühl von Unheil. Weil wir bloß die eine Tatsache vor unserer Nase sehen können, erlauben wir uns dies ganze Schnauben und Klagen. Seid still ihr närrischen Herzen ! Beseitigt das Ego, lernt weit und allheitlich sehen und fühlen.

*Sri Aurobindo

The Open Door

"When one door of happiness closes, another opens; but often we look so long at the closed door that we do not see the one which has been opened for us."

*Helen Keller

Flucht

Wir müssen auf unsere Seelen hören, wenn wir gesund werden wollen. Letztlich sind wir hier, weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und im Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt,
dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen, er wird allein sein. "Alles ist mit Allem verbunden."

*Hildegard von Bingen

Das reflektierende Denken

Das reflektierende Denken des Menschen vermag erst einen kleinen Teil der unendlichen Fülle der Strukturen, Formen und Zusammenhänge der Welt wahrzunehmen und zu ergründen - und kann meistens kaum feststellen, ob etwas "wahr" ist, oder ob Bilder und Gefühle von den eigenen Gedanken erzeugt sind.

Aus innerstem Herzen mit Freude lieben

Menschlichkeit heißt, die anderen aus innerstem Herzen mit Freude zu lieben. Wenn ein Mensch sich über das Glück der anderen freut, ihr Unglück aber nicht mit ansehen kann, so entsteht dies aus einem unbezwingbaren Herzensdrang.
*Han Fei (280 v.u.Z.- 233 v.u.Z.)

Die göttliche Liebe ist da


Die Göttliche Liebe ist immer da, in all ihrer Intensität, eine gewaltige Macht. Die meisten Leute – neunundneunzig Prozent – fühlen jedoch überhaupt nichts! Was sie davon empfinden, steht ausschließlich im Verhältnis zu dem, was sie sind, zu ihrer Empfänglichkeit.

Stelle dir zum Beispiel vor, du badest in einer Atmosphäre, die mit Göttlicher Liebe ganz und gar pulsiert – und du bist dessen überhaupt nicht gewahr. Manchmal, sehr selten, für einige Sekunden, gibt es plötzlich dieses Empfinden von „etwas“. Dann sagst du: „Oh, die göttliche Liebe ist zu mir gekommen!“ Welch ein Witz! Es ist einfach nur so, daß du aus diesem oder jenem Grunde ein winziges bißchen geöffnet warst, deshalb fühlst du es. Doch sie ist immer da, wie das göttliche Bewustsein. Es ist dieselbe Sache, sie ist da, die ganze Zeit, in ihrer vollen Intensität. Aber man nimmt sie nicht wahr, oder aber in dieser sprunghaften Weise: man ist plötzlich in guter Verfassung, deshalb empfindet man etwas und sagt: „Oh, das göttliche Bewustsein, die göttliche Liebe haben sich mir zugewandt, sind zu mir gekommen!“ So ist es überhaupt nicht. Man hat nur eine winzig kleine Öffnung, sehr winzig, manchmal wie eine Nadelspitze, und diese Kraft dringt natürlicherweise ein. Denn sie ist wie eine aktive Atmosphäre. Sobald eine Möglichkeit des Empfangens besteht, geschieht das. Aber dies gilt für alle göttlichen Dinge. Sie sind da, nur nimmt man sie nicht auf, denn man ist verschlossen, blockiert, die meiste Zeit ist man mit anderen Dingen beschäftigt. Die meiste Zeit ist man voll von sich selbst. Deshalb ist für nichts anderes Platz.

*Mira Alfassa

Nur die Liebe ist wirklich. Alles andere ist Illusion. *Paul Ferrini


Man sagt: von der Auferstehung geht's zum Gerichte
Und der Herr wird erscheinen mit zornigem Gesichte
Doch vom Allmächtigen kann nichts kommen als Gutes,
Darum fürchte Dich nicht, sondern sei guten Muthes!

*Omar Khayyams ( 1048 - 1131)

Als ich ein Kind war..

Als ich ein Kind war - etwa dreizehn Jahre alt und während eines Jahres ungefähr, schien es mir jeden Abend, wenn ich zu Bett gegangen war, dass ich meinen Körper verließ und mich gerade über das Haus erhob und dann sehr hoch über die Stadt. Ich sah mich da in ein prächtiges goldenes Gewand gekleidet, länger als ich, und als ich stieg, wurde es immer länger und breitete sich rings um mich herum aus, um gleichsam ein ungeheures Dach über der Stadt zu bilden. Da sah ich von allen Seiten Männer, Frauen, Kinder, Greise, Kranke, Unglückliche hervorkommen; sie scharten sich unter dem ausgebreiteten Gewand, flehten um Hilfe, erzählten ihre Nöte, ihre Leiden, ihre Schmerzen. Zur Antwort dehnte sich das Gewand, geschmeidig und lebendig, auf die Einzelnen zu, und sobald sie es berühert hatten, waren sie getröstet oder geheilt und kehrten glücklicher und stärker als zuvor in ihren körper zurück.

Nichts schien mir schöner, nichts machte mich froher, und alle Betätigungen des Tages kamen mir stumpf und grau vor, ohne wirkliches Leben, neben diesem Tun der Nacht, das für mich das wahre Leben war. Oft wenn ich mich so erhob, sah ich zu meiner Linken einen schweigenden und reglosen Alten, der mich mit wohlwollender Zuneigung betrachtete und mich durch seine Gegenwart ermutigte. Dieser Alte, in ein dunkelviolettes Gewand gekleidet, war die Verkörperung - ich erfuhr es später - von jenem, den man den Schmerzensmann nennt. Jetzt überträgt sich die tiefe Erfahrung, die fast unsägliche Wirklichkeit, meinem Gehirn in anderen Begriffen, die ich so umreißen kann: Sehr häufig scheint es mir, am Tage und in der Nacht, dass ich - oder richtiger mein Bewusstsein - insgesamt in meinem Herzen gesammelt bin, das nicht mehr ein Organ, nicht einmal eine Empfindung ist, sondern die göttliche Liebe, unpersönlich und ewig; indem ich diese Liebe bin, fühle ich mich im Mittelpunkt jeden Dinges auf der ganzen Erde leben, und gleichzeitig scheine ich mich in unermesslichen, unendlichen Armen auszubreiten und mit schrankenloser Zärtlichkeit alle Wesen zu umfangen, die sich scharen, zusammendrängen, hinkauern auf meiner Brust, die weiter ist als das Weltall...
 Worte sind armselig und ungeschickt, O göttlicher Meister, und mentale Übertragungen sind immer kindisch... Aber meine Sehnsucht zu Dir ist beständig, und in Wahrheit bist sehr häufig Du es und einzig Du, der in diesem Körper lebt, einem unvollkommenen Mittel, Dich zu offenbaren. Mögen alle Wesen glücklich sein im Freiden Deiner Erleuchtung!

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Meditation & Bewußtsein

Das Wichtigste ist, warum man meditiert; das ist es, was der Meditation den Wert verleiht und ihr den ihr eigenen Stellenwert verschafft. Du kannst meditieren, um dich der göttlichen Kraft zu öffnen, du kannst meditieren um das gewöhnliche Bewußtsein zurückzuweisen, du kannst meditieren, um in die Tiefen deines Wesens einzudringen, du kannst meditieren, um zu lernen, dich vollständig zu überantworten; du kannst für alles mögliche meditieren. Du kannst meditieren, um in Frieden, Ruhe und Schweigen einzugehen - das ist es, was Leute im allgemeinen tun, aber ohne großen Erfolg. Aber du kannst auch meditieren, um die Kraft zur Umwandlung zu erhalten, die Punkte, die es umzuwandeln gilt, zu entdecken, den Pfad des Fortschritts aufzuspüren.  Und dann kannst du auch aus sehr praktischen Gründen meditieren: wenn du eine Schwierigkeit klären, eine Lösung finden mußt, wenn du Hilfe bei irgend einem Tun brauchst. Dafür kannst du auch meditieren. Ich glaube, jeder hat seine eigene Weise der Meditation. Aber wenn jemand möchte, das seine Meditation dynamisch sei, muß er eine Sehnsucht nach Fortschritt empfinden, und die Meditation muß im Sinne einer Unterstützung und Erfüllung dieser Fortschrittssehnsucht betrieben werden. Dann wird sie dynamisch.

Die Anzahl der in Meditation verbrachten Stunden ist kein Beweis spirituellen Fortschritts. Es ist ein Beweis deines Fortschritts, wenn du zum Meditieren keine Anstrengung mehr aufwenden mußt. Dann ist es eher mühsam, damit aufzuhören: es wird schwierig, es zu beenden, schwierig, dich vom Denken an das Göttliche abzuwenden, schwierig, auf die Ebene des gewöhnlichen Bewußtseins herabzusteigen. Dann kannst du deines Fortschritts sicher sein, dann bist du wirklich vorangekommen, wenn die Konzentration im Göttlichen die Notwendigkeit deines Lebens ist, wenn du nicht ohne sie auskommst, wenn sie in natürlicher Weise von morgens bis abends andauert, womit auch immer du beschäftigt sein magst. Ob du dich zur Meditation niederläßt oder herumgehst und Dinge erledigst und arbeitest, das, was von dir verlangt wird, ist Bewußtsein. Das ist das eine Erfordernis: sich des Göttlichen fortwährend bewußt sein.

Das letztendliche Ziel ist, in beständiger Einheit mit dem Göttlichen zu sein, nicht nur bei der Meditation, sondern in allen Umständen und im gesamten tätigen Leben.

*Mira Alfassa

Die Gefahr


Auf einer Reise fuhr der Rabbi mit einem seiner Vertrauten Schüler einen steilen Berg hinab. Erschreckt setzten sich die Pferde in Lauf und waren nicht einzuhalten. Der Schüler sah aus dem Wagen, und es schauderte ihn; als er aber den Rabbi anblickte, war dessen Angesicht gelassen wie allezeit. „Wie geht es zu“, fragte er, „daß Euch die Gefahr nicht schreckt ?“ „Wer die wahre in jedem Augenblick spürt“, entgegnete der Rabbi, „den schreckt keine Gefahr des Augenblicks mehr.“

Es war einmal

„Es war einmal eine kleine Welle. Die hüpfte da draussen auf dem Meer hoch und runter und amüsierte sich prächtig. Sie genoss einfach nur den Sonnenschein und die frische Luft, bis sie bemerkt, dass vor ihr noch andere Wellen sind. Sie sieht, wie die anderen Wellen an der Küste zerschellen, und das jagt ihr Angst ein. „Oh mein Gott, das ist ja schrecklich was mir da gleich passieren wird, klagt die kleine Welle. Da kommt eine andere Welle auf sie zu und fragt sie: „Wieso siehst du so traurig aus? und die kleine Welle antwortet: Du verstehst überhaupt nicht, was los ist! Wir werden allesamt an der Küste zerschellen! Alle Wellen, lösen sich auf und werden nichts sein! Ist dir das nicht klar? Und die andere Welle sagt: „Dir ist da etwas nicht klar, weil du denkst, du bist eine Welle, aber du bist ein Teil des Ozeans.

* aus: "Die Lehre eines Lebens" bzw. „Dienstags bei Morrie“

Auf deinem Herzen

Es heißt: „Und diese Worte, die ich heut dir gebiete, sollen auf deinem Herzen sein.“ Es heißt nicht, in deinem Herzen“. Denn das Herz ist zeitweise verschlossen, die Worte liegen aber auf ihm, und wenn es in heiligen Zeiten sich öffnet, fallen sie in seine Tiefe.“  

*Baal Shem Tov  (1700 -1760)

Als ich erkannte...

"Als ich erkannte, dass Gott eine Frau ist, begann ich zu ahnen, was Liebe ist; doch erst als ich eine Frau wurde und meinem Herrn und Geliebten diente, wurde mir die Liebe innigst vertaut."

"Mit Gott Ehebruch zu begehen, ist jene vollkommene Erfahrung, deretwegen die Welt geschaffen wurde."

*Sri Aurobindo (aus: Wenn die Seele singt)

Jedes Wort eine Maske

Die Semantik hat sich sehr eingehend mit diesem Problem beschäftigt. Wir wissen, dass es nicht das Wort an sich ist, sondern die Vorstellung, die wir mit dem Wort verbinden, welche die meisten unserer Schwierigkeiten verursacht.
*Sri Chinmoy
Das Wort, das Symbol, das Bild, die Idee ist nicht die Wahrheit; aber wir beten das Bild an, wir verehren das Symbol, wir schreiben dem Wort eine große Bedeutung zu, und das alles ist sehr destruktiv; denn dann wird das Wort, das Symbol, das Bild wichtiger als das Wesentliche. Es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, die Individuelle Auslegung der Worte welche die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat.
*Jiddu Krishnamurti

Die Wahrheit, die man in Worte kleidet, bahnt sich nicht unmittelbar ihren Weg und ist kein unbestreitbares, augenfälliges Phänomen. Es braucht eine ganze Weile Zeit, bis eine Wahrheit gleicher Ordnung sich in den anderen formen kann.
*Marcel Proust

Alle Worte schwarwenzeln um die Wahrheit herum; sie ist keusch.
*Wilhelm Busch


Keuschheit = (keusch aus lat. conscius, „bewusst“ , des selbst bewusst, mitwissend) 

Erlange die Fähigkeit durch die Schleier des Wortes die geheimnisvolle und wunderbare Braut der inneren Bedeutungen zu Erkennen.


"Oh innerstes Wesen der Trägheit! Myriaden mystischer Zungen äußern sich in einer Sprache, und Myriaden verborgener Geheimnisse werden in einer Melodie offenbart; doch kein Ohr ist da, welches hört, und kein Herz, das versteht."
* Baha'ullah

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"Das Wort ist wie ein Nest, und die Bedeutung ist der Vogel, der Körper ist das Flussbett und der Geist das fließende Wasser. Das Wort ist die Schale, die Bedeutung der Kern." *Rumi

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Die wahre Erkenntnis besteht darin, dass man jene Wahrheiten von dem Gehäuse unterscheiden lernt, so wie das innere Mark von der umgebenden Haut. *Ghazali
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*Rav Michael Laitman (Schüler Rabash's und Baal HaSulams)