SRI CHINMOY BHAJAN SINGERS

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt !

Verlerne nie die Kunst, ein Risiko einzugehen. Bleibe immer fähig, etwas zu riskieren. Und sooft sich eine Gelegenheit dazu bietet, lass sie dir nicht entgehen. Dann wirst du niemals zum Verlierer werden. Das Wagnis ist die einzige Garantie für wahre Lebendigkeit.

Ein Leser


Man muss den König kennen, damit man ihn versteckt in 100 Kleidern, erschaut. *F. Attar


Welt

Welt” (”oLaM” vom Hebräischen “aLaMa”, Verhüllung) genannt, in anderen Worten das Ausmaß der von uns erkannten Verhüllung. Daher sind “diese Welt” und die “nächste Welt” nichts anderes als zwei Stufen. Die eine ist das, was ich jetzt fühle und beobachte, ich kann das nachprüfen, erforschen und studieren. Die andere ist der Zustand, nach welchem ich strebe, das Ausmaß der Verhüllung, die ich enthüllen und erkennen möchte. Ihn nennt man meine nächste oder zukünftige Welt.

 Beispiel:
Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. 
Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, 
muß eine Welt zerstören.
*Hermann Hesse

 
Rabia al-Adawiyya (718 – 801),
eine der bedeutendsten weiblichen Sufi-Heiligen,wurde gefragt:
„Woher kommst du?“ Sie sagte: „Aus jener Welt.“
„Und wohin gehst du?“ Sie sagte: „In jene Welt.“
„Was tust du hier ?“ wurde sie gefragt. Sie sagte: „Ich treibe ein Spiel.“
„Welcher Art?“ wurde sie gefragt, und sie antwortete: „Ich esse das Brot dieser Welt und verrichte das Werk, jener Welt“


Gib was du hast. Gib was du bist. Dann wirst du gesegnet sein mit
neuem Licht und neuen Welten.
*Sri Chinmoy


Der Mensch muss diese Welt auf einem sehr schmalen Steg durchqueren. Es kommt darauf an, sich niemals zu fürchten. *Rabbi Nachman von Bratzlaw

Nimm alles Kommende in Liebe auf dich, und du wirst diese und die kommende Welt haben. *Baal Schem-Tow
 

Der Mensch kommt mit einem Seufzer zur Welt, und mit einem Seufzer scheidet er aus der Welt. Er kommt zur Welt in Liebe, und er scheidet aus der Welt in Liebe. *Mirdrasch Raba


Von Welt zu Welt
Viele Jahre nach Rabbi Michals Tode sah ihn der junge Rabbi Zwi Hirsch im Traum. Der Tote sprach zu ihm: „Wisse, von der Stunde meines Abscheidens an gehe ich von Welt zu Welt. Und die Welt, die gestern als Himmel über meinem Haupte ausgespannt war, die ist heute die Erde unter meinem Fuß, und der Himmel von heute ist die Erde von morgen.“

Brot

Beispiel 1:
Die Philosophen, Forscher und Rechtsgelehrten waren an den Hof berufen, um über Nasrudin zu Gericht zu sitzen. Es handelte sich um einen ernsten Fall, denn er war von Dorf zu Dorf gewandert und hatte verkündet: „Die sogenannten weisen seien allzumal Schwätzer, unwissend & Wirrköpfe.“Er war angeklagt, die Sicherheit des Reiches zu untergraben.

„Das erste Wort gebührt dem Angeklagten“, sagte der König.
„laßt Papier & Federn bringen“, bat Nasrudin „verteilt sie unter die sieben größten Weisen, und laßt jeden für sich eine Antwort auf die folgende Frage niederschreiben: > Was ist Brot?< “Und so geschah es. Schließlich nahm der König die Schriftstücke in Empfang und las laut vor:

Der erste hatte geschrieben: „Brot ist ein Nahrungsmittel.“
Der zweite: „Es ist Mehl und Wasser.“
Der dritte: „Ein Geschenk Gottes.“
Der vierte: „Gebackener Teig.“
Der fünfte: „Unterschiedlich, je nachdem, wie man Brot definiert.“
Der sechste: „Eine nahrhafte Substanz.“
Der siebte: „Niemand weiß es wirklich.“

Nach der Verlesung wandte sich Nasrudin zum König und sagte: „Wenn jene sogenannten Gelehrten eines Tages entdecken, was Brot ist, werden sie auch in der Lage sein, andere Dinge zu erkennen, Zum Beispiel, ob ich recht habe oder nicht. Könnt ihr Angelegenheiten, in denen es um Recht und Unrecht geht, solchen Männern anvertrauen ? Ist es nicht eigenartig, dass sie sich nicht einmal einig sind über etwas, das sie Tag für Tag essen ? Einmütig jedoch fällen sie das Urteil, ich würde die Sicherheit des Reiches untergraben?!“  

Beispiel 2:
Die Art und Weise, wie Brot aussieht, hängt davon ab, ob du hungrig bist oder nicht“, sprach Rumi zu einem Schüler.

„Was ist denn Brot ?“ Fragte dieser. „Spirituelle Nahrung“! Sagte Rumi. „Was ist das, Spirituelle Nahrung ?“ „Dieses oder jenes welches dir zum Wachstum gereicht“, antwortete er. „Warum nennt man es denn dann nicht gleich so ?“ Fragte der Schüler. „Frage mich nicht solche dinge“, erwiderte Rumi. Der Schüler Fragte ganz wissbegierig: „Und was bedeutet: Wolle, Wein, Wald, Welt, König, Körper, Kopf, Kleidung, Feld, Fisch, Feuer, Blut, Stadt, Haar, Haut, Wüste, Esel, Schlange, Salz, Auge, Licht, Tal, Nacht, Sonne, Kerze, Tod, Wasser, Erde, Staub, Mond, Himmel, Mutter, Traum, Haus, Sohn" und ... ??????


Beispiel 3:
 ...unser tägliches Brot gib uns heute,und vergebe unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren schudigern,und führe uns nicht ihn die versuchung sonder,erlöse uns von dem Übe... *Bibel 

Die vier Pflanzenarten

Der Geschmack jeder einzelnen Pflanzenart symbolisiert das Gefühl, und der Geruch symbolisiert den Verstand. Der Etrog (Zitrusfrucht) „schmeckt und riecht“, was auf eine Situation deutet, in welcher ein Mensch die Wichtigkeit der Nächstenliebe versteht und empfindet. In anderen Zeiten (zuständen) enthüllt der Mensch, das die Verbindung zu Anderen zwar „Geschmach“ hat, es aber an „Geruch“ mangelt. Er strebt danach sich mit anderen zu verbinden, weiß aber nicht, wie er dies tun soll. So wird sein Zustand „Lulav“ (Palmenzweig) genannt. Manchmal hat seine Nächstenliebe „Geruch“ aber keinen „Geschmack“, dann wird sie in seinem Mund wie Adassim (Myrrhe) empfunden. Und wenn seine Nächstenliebe weder Geruch noch Geschmack hat, so heißt sie Arawot (Bachweiden). Der Brauch alle vier Pflanzenarten zu bündeln und zu schütteln repräsentiert eine Situation, in der man all die Erfahrungen, Erkenntnisse, Gefühle und Formen, die man auf dem Weg durchgemacht hat, zu einem Bund bündelt, zu einer Bitte an die Höhere Kraft. Erst dann wird dem Menschen geantwortet und es eröffnet sich ihm die Wahrnehmung einer neuen Wirklichkeit von Vollkommenheit und Ewigkeit.

Beispiel:
Es gibt die Analyse (Klärung) von bitter und süß, und es gibt die Analyse von Wahrheit und Lüge. Die Analyse von Wahrheit und Lüge findet im Verstand statt, und die Analyse von bitter und süß findet im Herzen statt. Daher muss man der Arbeit im Herzen Aufmerksamkeit schenken, damit sie nur in der Absicht des Gebens, und nicht im Empfangen stattfindet. Seitens der Natur jedoch ist nur das Empfangen für den Menschen süß, und das Geben ist bitter, und die Arbeit, das Empfangen in Geben umzuwandeln, heißt die Arbeit des Herzens.

Das Gebet / Die Bitte & Symbol der Gebetsrichtung

Das Wort Gebet („Tfila“) wird vom Wort „palal“, sich selbst urteilen, abgeleitet. Ein Mensch der betet ist ein Mensch, der über sich selbst urteilt und erkennt, dass er eine egoistische Natur hat. Es ist jemand der sein Ego enthüllt hat und diese Eigenschaften Tranformieren möchte. Er möchte diesen Weg nicht weitergehen und seine Mitmenschen künftig besser behandeln. Er wendet sich an die höhere Macht mit der Bitte, sein Ego zu korrigieren. Durch seinen aufrichtigen Willen erlangt er das höhere Licht, das ihn zum Guten korrigiert. Die Richtige Gebetsrichtung bedeutet somit, um die Transformation oder Korrektur des eigenen Egos, der eigenen egoistischen Eigenschaften und Absichten zu Bitten. Nicht um erleichterung oder entfernung von Problemen, nicht um Materielle Güter, nicht darum jemand anders möge sich ändern. etc.

Beispiel:
Überliefert wurde, dass eines Tages in den Konvent (zusammenkunft) zu Ma`ruf al-Karkhi, ein Reisender kam. Er wusste die Gebetsrichtung nicht, wandte das Gesicht nach einer anderen Seite und betete. Als die Zeit des Pflichtgebets herankam, wandten sich die Konventgefährten der vorgeschriebenen Richtung zu und beteten. Jener Reisende schämte sich und sagte: „Warum habt ihr mich nicht zurechtgewiesen?“ Ma`ruf erwiderte: „Wir sind Derwische. Was hat der Derwisch mit Zurechtweisung zu tun?“, und er umsorgt jenen Reisenden so aufmerksam, dass es gar nicht zu beschreiben ist.

Durch Gebet erlangt man alles. Gebet ist eine universelle Arznei.
*Novalis, (1772 - 1801)

Wer das Gebet übt, bleibt nicht lange in der Falschheit. Denn entweder wird er das Gebet oder die Falschheit lassen, weil Gebet und Falschheit nicht nebeneinander bestehen können.
*Teresa von Avila, (1515 - 1582)


Nicht durch ein Gebet kann ein Herz rein werden, sondern aus einem reinen Herzen entfließe das reine Gebet.
*Meister Eckhart, (1260 - 1327) 

Die Sünde – eine gute Sache ?!
Die Weisen sagen: “Es gibt keinen Gerechten, der nicht zuvor gesündigt hat”, was bedeutet dies?
„Sünder” ist eine spirituelle Stufe - werder gut noch schlecht! Während in mir der Egoismus erwacht und mich lenkt, und ich dies erkenne, komme ich zur stufe „Sünder“. Ich zerfresse mich jedoch nicht deswegen – ich bedanke mich dafür dies zu sehen, freue mich auf die Möglichkeit, die sich mir eröffnet hat, mich selbst weiter zu Entwickeln.

Der Pharao & der Schöpfer, Zwei Kräfte in mir !
„Der Pharao verstand selbst, dass er ein Sünder und der Schöpfer ein Gerechter ist. Das heißt, jeder Zustand auf der spirituellen Leiter ist gut. Die „Sünder“ sind hohe Stufen, die den Gerechten vorangehen. Auf diese Weise wechseln sich diese Zustände ab: mal Sünder, mal Gerechter, und wieder: Sünder und Gerechter, immer und immer wieder. Als ob ich mich auf zwei Beinen bewegen würde - das eine eines Sünders und das andere eines Gerechten. Mal kann ich den „Schöpfer“ rechtfertigen dann heiße ich „Gerechter“ und ein andermal nicht, dann bin ich auf der stufe: „Sünder“. Daraus wird sichtbar, dass es unmöglich ist etwas zu korrigiren sich weiter zu entwickeln, wenn man nicht zuerst die Erfahrung des Gegenteiligen macht. Wie gesagt wird: “Es gibt keinen Gerechten, der Gutes tut, bevor er nicht gesündigt hat”.

Beispiel: 
In Scetis begang ein Bruder einen Fehler. Ein Rat wurde einberufen, zu welchem Vater Moses eingeladen wurde, doch er lehnte es ab dorthin zu gehen. Da sandten die Priester jemanden zu ihm und sagten: „Komm, denn wir alle warten auf dich“ So stand er auf und ging. Er nahm einen undichten Krug, füllte ihn mit Wasser und brachte ihn mit. Die anderen kamen heraus ihn zu empfangen und fragten, „Was ist das, Vater?“
Der alte Mann sagte zu ihnen,
„Meine Sünden sind hinter mir ausgelaufen, so dass ich sie nicht mehr sehe und heute komme ich, um die Fehler eines anderen zu richten.
“ Als sie das hörten sagten sie nichts mehr über den Bruder und vergaben ihm.

Wenn alle Pforten verschlossen sind, ist das Tor der Tränen geöffnet.
















Hätt ich jeden Tag und jede Nacht achtzig Tränenmeere zu vergießen, ich würde sie leeren und dann mit anderen beginnen. Das ist wenig für jemanden, der liebt.  *Schibli

Hohen Erfahrungen

Einer mit Namen Khamsa ging eines Tages zu Nasrudin und sagte: „Ist es wahr, daß du geheimes Wissen hast?“ „Erzähle mir etwas von deinen eigenen hohen Erfahrungen“, war alles, was Nasrudin erwiederte. „Gerne. Nachts verlasse ich diese materielle Welt und erhebe mich zu den höchsten Himmeln.“ „Fühlst du dann, fragte Nasrudin, „wie dein Antlitz von einem fächerartigen Gegenstand gekühlt wird ?“ „Ja, ja“, sagte Khamsa, weil er dachte, das müsse eines der Merkmale höherer Erfahrung sein. „Wenn dem so ist“, sagte Nasrudin, „solltest du lieber wissen, daß jener fächerartige Gegenstand der Schwanz meines langohrigen Esels ist.“

Leben

"Gibst du einem Mann einen Fisch, nährt er sich einmal. Lehrst du ihn das Fischen, nährt er sich sein ganzes Leben." * Laotse

Sufi Formeln

"Der Beste unter den Menschen ist derjenige, der seinen Mitmenschen am nützlichsten ist."

"Tue anderen, stehts jenes, welches du dir wünschtest, das sie es dir tun."







lost


Barmherzigkeit

Schibli wurde gefragt: „Weißt du nicht das Allah barmherzig ist?“ Er erwiederte: „Doch, aber seit ich Seine Barmherzigkeit erkannt habe, hab ich nicht mehr gebeten, sich meiner zu erbarmen.“

Mauern

"Da man uns verletzt hat, errichten wir eine Mauer um uns herum, damit man uns nie wieder verletzt; und wenn man eine Mauer um sich herum errichtet, [...] wird man nur noch mehr verletzt."  
* Jiddu Krishnamurti