Der Adler im Hühnerhof

Ein Mann fand ein Adlerei und legte es in das Nest einer gewöhnlichen Henne. Der kleine Adler schlüpfte mit den Küken aus und wuchs zusammen mit ihnen auf. Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie die Küken, weil er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. Er kratzte in der Erde nach Würmern und Insekten. Er gluckte und gackerte. Und ab und zu hob er seine Flügel und flog ein Stück genau wie die Küken. Doch eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich im wolkenlosen Himmel.

Anmutig und hoheitsvoll schwebte dieser durch die heftigen Windströmungen, fast ohne mit seinen kräftigen goldenen Flügeln zu schlagen. Der junge Adler blickte ehrfürchtig empor. „Wer ist das?" fragte er seinen Nachbarn. „Das ist der Adler, der König der Vögel", sagte der Nachbar. „Aber rege dich nicht auf. Du und ich, wir sind von anderer Art." Der junge Adler aber wandte erneut den Blick nach oben. Eine seltsame Erregung befiel ihn. Zuerst ganz zaghaft, dann immer auf-geregter und stärker begann er mit seinen Flügeln zu schlagen - und dann passierte es: mit einem markerschütternden Schrei erhob er sich in die Luft und schwebte davon. Er ward auf dem Hühnerhof nie mehr gesehen.

Schatten in der spirituellen Arbeit

Es steht geschrieben: „Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden." Und man muss verstehen, was der Schatten in der spirituellen Arbeit bedeutet und was das für ein Schatten ist. Und zwar wird die Zeit, in welcher der Mensch noch nicht die Wirklichkeit der Höheren Lenkung spürt, welche die Welt durch die Eigenschaft „Gut und Gutes tuend“ lenkt, als ein Schatten definiert, welcher die Sonne verbirgt. Das heißt, wie ein physischer Schatten, der die Sonne verbirgt, keinesfalls die Sonne selbst beeinflusst, die weiterhin aus voller Kraft leuchtet - so geschehen, auch wenn der Mensch die Realität der Höheren Lenkung nicht verspürt, Oben keine Veränderungen, wie es geschrieben steht: „Ich" habe mich nicht verändert“. (*Shamati)

Kraut der Unsterblichkeit - Es wirkt wie Ginseng - aber besser

Jiaogulan (Pflanze)
Gynostemma pentaphyllum

Es wirkt wie Ginseng - aber besser als Ginseng







Ein wiederentdecktes Heilkraut aus China und Japan mit Ginseng-Wirkung! Die frühesten Aufzeichnungen aus China datieren um das Jahr 1400 n.Christus. Ein Aufguß aus den süß-herb schmeckenden Blättern wird seit Jahrhunderten in den bergigen Regionen Südchinas verwendet als ein belebender, verjüngender, täglich getrunkener Tee. Der in dieser Gegend übliche Name „Xiancao“ heißt soviel wie „Kraut der Unsterblichkeit“, und die Leute dort sagen: „Es wirkt wie Ginseng, aber besser als Ginseng!“ In der Provinz Guizhou wird der überdurchschnittliche Anteil an über 100jährigen auf den dort verbreiteten, regelmäßigen Genuß von Jiaogulan-Tee zurückgeführt. In Japan heißt die Pflanze „Amachazuru“, das heißt soviel wie „süße Tee-Ranke“, und ist auch dort als Tee- und Gemüsepflanze bekannt. Dort wurden erst 1976 - eigentlich rein zufällig - bei der wissenschaftlichen Untersuchung als Kandidat für ein neues kalorienarmes Süßungsmittel in Jiaogulan die gleichen Substanzen entdeckt, für die Ginseng berühmt geworden ist: Die Ginsenoside.

Jiaogulan (sprich: „Dschiau-gu-lan“) ist eine leicht zu ziehende Rankpflanze.Die Pflanze wächst in guter Erde schnell, und man kann schon nach wenigen Wochen ernten. Im Herbst zieht sie ein, und treibt aus Rhizomen im nächsten Frühjahr wieder aus.Aber es ist auch eine Überwinterung im Haus möglich, dann wächst sie das ganze Jahr über.

Der Tee aus den Blättern ist wohlschmeckend, und läßt sich sowohl aus getrockneten, als auch frischen Blättern zubereiten, wobei die frischen Blätter einfach besser schmecken. Mit den jungen, knackigen Triebspitzen lassen sich Salate um eine angenehme, exotische Komponente bereichern. Wenn Sie den Geschmack von echtem Ginseng kennen, werden Sie beim Naschen von den frischen Triebspitzen der Pflanze einen ganz ähnlichen, lakritzartigen Geschmack auf der Zunge haben: Dieser kommt hauptsächlich von den wirksamen Bestandteilen der Pflanze, den Gypenosiden und den Ginsenosiden.Als echtes Adaptogen hat Jiaogulan keinerlei Nebenwirkungen im Gebrauch, und wirkt immer ausgleichend, balancierend.Während Ginseng nur etwa 20 Saponine enthält, sind in Gynostemma über 80 Saponine nachweisbar. Diese Saponine sind natürliche organische Verbindungen, die unter anderem an der Hormonsynthese beteiligt sind.

Hier die beeindruckende Liste der nachgewiesenen Wirkungen:

Adaptogen: Jiaogulan verfügt über eine Reihe von ausgleichend wirkenden Saponinen, die teils mit denen von Ginseng (Panax ginseng) chemisch identisch sind, und teils eine eigene Klasse bilden, die Gypenoside. Verhindert stressbedingte Krankheiten.

Antioxidans: Es wurde nachgewiesen eine Anregung des wirksamen, körpereigenen Enzyms Superoxiddismutase (SOD), welches ein äußerst wirksames Antioxidans ist.

Herzstärkungsmittel: Verbessert die Pumpleistung des Herzens, und damit auch die allgemeine Durchblutung.

Bei Bluthochdruck: Der Blutdruck wird, wie bei Ginseng im normalen Bereich gehalten, zu niedriger Blutdruck wird angehoben.

Bei zuviel Cholesterin: Jiaogulan senkt vor allem den LDL-Spiegel, und auch die Triglyceride. Deshalb auch eine gewichtsreduzierende Wirkung bei Übergewicht.

Bei Schlaganfall und Herzinfarkt: Jiaogulan verhindert die Verklumpung der Blutplättchen, sodaß die Gefahr, daß lebensbedrohliche Blutgerinsel entstehen erheblich sinkt. Wirksam auch präventiv gegen Thrombosen.

Immunsystemstärkend: Tätigkeit der Lymphozyten wird gestärkt bei Kranken wie auch bei Gesunden.

Blutbildend: Besonders die Bildung weißer Blutkörperchen wird unterstützt. Nützlich zur Rekonvaleszenz nach Chemotherapie oder radiologischer Behandlung.

Bei Diabetes: Senkt Blutzucker und Blutfette.

Krebshemmend: Ginsenosid Rh2 ist ein im Ginseng (Panax Ginseng) in einer Menge von 0,001% vorkommendes, besonders tumorhemmendes Glykosid. Gynostemma pentaphyllum enthält auch genau dieses Glykosid - aber in wesentlich größerer Konzentration.

Stressabbauend: Ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem: Überdrehte Nerven werden beruhigt, kraftlose wieder angeregt. Die Gesamtheit der Wirkungen bewirkt eine bessere Stressverträglichkeit des Organismus und, bei Sportlern wichtig, eine Steigerung der Ausdauerleistungen.

Stoffwechselfördernd: Durch das Zusammenspiel von besserer Kapillar- und Herzdurchblutung, Verbesserung des Blutbildes und anderen Faktoren erklärt sich die stoffwechselanregende Wirkung.

Von Welt zu Welt


Welt

Welt” (”oLaM” vom Hebräischen “aLaMa”, Verhüllung) genannt, in anderen Worten das Ausmaß der von uns erkannten Verhüllung. Daher sind “diese Welt” und die “nächste Welt” nichts anderes als zwei Stufen. Die eine ist das, was ich jetzt fühle und beobachte, ich kann das nachprüfen, erforschen und studieren. Die andere ist der Zustand, nach welchem ich strebe, das Ausmaß der Verhüllung, die ich enthüllen und erkennen möchte. Ihn nennt man meine nächste oder zukünftige Welt.

 Beispiele:

Gib was du hast. Gib was du bist. Dann wirst du gesegnet sein mit
neuem Licht und neuen Welten.
*Sri Chinmoy


Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. 
Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, 
muß eine Welt zerstören.
*Hermann Hesse

 
„Woher kommst du?“ Sie sagte: „Aus jener Welt.“
„Und wohin gehst du?“ Sie sagte: „In jene Welt.“
„Was tust du hier ?“ wurde sie gefragt. Sie sagte: „Ich treibe ein Spiel.“
„Welcher Art?“ wurde sie gefragt, und sie antwortete: „Ich esse das Brot dieser Welt und verrichte das Werk, jener Welt“
*Rabia al-Adawiyya

Der Mensch muss diese Welt auf einem sehr schmalen Steg durchqueren. Es kommt darauf an, sich niemals zu fürchten.  
*Rabbi Nachman von Bratzlaw

Nimm alles Kommende in Liebe auf dich, und du wirst diese und die kommende Welt haben.  

*Baal Schem-Tow
 
Der Mensch kommt mit einem Seufzer zur Welt, und mit einem Seufzer scheidet er aus der Welt. Er kommt zur Welt in Liebe, und er scheidet aus der Welt in Liebe.    
*Mirdrasch Raba

Von Welt zu Welt
Viele Jahre nach Rabbi Michals Tode sah ihn der junge Rabbi Zwi Hirsch im Traum. Der Tote sprach zu ihm: „Wisse, von der Stunde meines Abscheidens an gehe ich von Welt zu Welt. Und die Welt, die gestern als Himmel über meinem Haupte ausgespannt war, die ist heute die Erde unter meinem Fuß, und der Himmel von heute ist die Erde von morgen.“

Die Bergfahrt


Rabbi Jechiel Michal von Zloczow sprach einst: Es heißt im Psalm: Wer wird des Herrn Berg ersteigen und wer an seiner heiligen Stätte stehen? Dies ist mit einem  zu vergleichen, der in seinem Wagen einen Berg hinauf fährt und bis zu dessen Mitte gelangt ist, als dessen Pferde ermatten, so das er nun halt machen muß, um sie verschnaufen zu lassen. Wer dort nicht einsichtig ist, wird abstürzen. Jener einsichtige aber nimmt einen Stein und legt ihn unter den Wagen, so lang er steht, so kann er dann zur Höhe des Berges kommen. Wer nicht stürzt, wenn er den Dienst unterbrechen muß, sondern stehenzubleiben weiß, der wird des Herrn Berg ersteigen, und an seiner heiligen Stätte stehen.

Der Schlaf


Rabbi Schmelke pflegte, damit sein Lernen nicht allzulange Unterbrechung erleide, nicht anders als sitzend zu schlafen, den Kopf auf dem Arm und zwischen den Fingern ein brennendes Licht, das ihn wecken sollte, sowie die Flamme seine Hand berüherte. 

Als Rabbi Elimelech ihn besuchte und die noch eingesperrte Macht seiner Heiligkeit erkannte, bereitete er ihm sorgsam ein Ruhebett und bewog ihn mit vieler Überredung, sich für ein Weilchen darauf auszustrecken. Dann schloß und verhüllte er das Fenster.

Rabbi Schmelke erwachte erst am hellen Morgen. Er merkte, wie lang er geschlafen hatte, aber es reute ihn nicht, denn er empfand eine ungekannte, sonnenhafte Klarheit.

Er ging ins Bethaus und betete der Gemeinde vor, wie es sein Brauch war. Der Gemeinde aber erschien es, als hätte sie ihn noch nie gehört, so bezwang und befreite alle die Macht seiner Heiligkeit. Als er den Gesang vom Schilfmeer sprach, mußten sie den Saum ihrer Kaftane raffen, daß ihn die rechts und links sich bäumenden Wellen nicht netzten.

Später sagte Schmelke zu Elimelech: „Jetzt erst habe ich erfahren, daß man Gott auch mit dem Schlafe dienen kann.“

Weise


„Es gibt Weise“, sagte einst der Meister, „die Bitten, das jene die der Hilfe Bedürfen, zu ihnen kommen mögen um diese zu finden. Der Meister selbst jedoch, bittet darum, alle der Hilfe Bedürftigen, mögen sie daheim finden, auf das sie nicht umher Reisen, und nicht verführt werden zu meinen, er habe ihnen geholfen.“

Geben & Empfangen

Khalil Gibran:

- Ihr sagt oft: Ich würde geben, aber nur dem, der es verdient. Die Bäume in eurem Obstgarten reden nicht so, und auch nicht die Herden auf euren Weiden. Sie geben, damit sie leben dürfen, denn zurückhalten heißt zugrundegehen.

- Ich lehre euch nicht zu geben, sondern zu empfangen, nicht Verzicht, sondern Erfüllung, nicht nachgeben, sondern Verstehen, mit einem Lächeln auf den Lippen.  

- In Wahrheit ist es das Leben, das gibt, während ihr, die ihr zu geben vermeint, nur Zeugen seid.

Antoine de Saint-Exupéry:

- Ich verlange von dir, daß du nicht von dem leben sollst, was du empfängst, sondern von dem, was du gibst, denn dadurch allein wirst du wachsen.

- Je mehr du gibst, um so mehr wächst du. Es muß aber einer da sein, der empfangen kann.

-Die wahre Liebe verausgabt sich nicht. Je mehr du gibst, um so mehr verbleibt dir.

Sri Chinmoy:

- Schönheit ist im Geben. Schönheit ist im Empfangen. Wenn ich gebe, sehe ich, dass - noch, bevor ich etwas gegeben habe - der Himmel durch meine Gabe und mein Selbstgeben lächelt. Wenn ich empfange, sehe ich, dass die Erde in mir und durch mich lächelt.

- Jeden Tag sollst du versuchen,
einen persönlichen Rekord
im bedingungslosen & selbstlosen
Geben aufzustellen.


Das geheime Mantra

Der Schüler des Weisen kniete nieder und der Weise flüsterte das heilige Mantra in sein Ohr. Doch warnte er ihn, es jemandem zu offenbaren.»Was würde geschehen, wenn ich es täte ?« fragte der Schüle. Dieser erklärte: »Jeder, dem du das Mantra enthüllst, wird aus der Unwissenheit und dem Leiden befreit werden, aber du selbst wirst aus dem Kreis der Schüler ausgeschlossen werden.«Kaum hatte der Weise geendet, da verließ der Schüler auch schon den Ort. Er ging zum Marktplatz des nahegelegenen Dorfes, scharte eine große Menschenmenge um sich und wiederholte laut das heilige Mantra. Als dies dem Weisen und den anderen Schülern berichtet wurde, verlangten die Schüler, der Übeltäter solle hart bestraft
werden. Der Weise jedoch lachte erfreut !

Damals in der Höhle


Abu Bakr erzählt:
Damals, auf der Flucht nach Medina, hatten wir uns in der Höhle versteckt, als die suchenden Soldaten direkt auf deren Eingang zukamen. Ich sagte zu dem Propheten: „O Bote des Einen! Wenn sie hier hereinschauen, sind wir verloren.“ Er antwortete sogleich: „ Glaubst du, dass wir nur zu zweit sind, Abu Bakr? Ein Dritter ist mit uns: Es wird uns Rettung zuteil werden.“Er lehrte mich das geheime Ritual. Die Koresch-Soldaten bewegten sich auf den Eingang der Höhle zu und wollten sie betreten. Dann hörten wir, wie plötzlich einer sagte: „Da drin können sie nicht sein. Schau, der ganze Eingang ist von einem großen Spinnennetz überspannt. Sie hätten es zerstören müssen, falls sie in die Höhle hineingegangen wären.“ Unter Schwüren, uns aufzuspüren und uns zu töten, gingen sie weiter. Wir aber waren gerettet. Wir setzten unsere Reise nordwärts duch die Wüste fort.

Wie man gewinnt


Nasrudin entschloss sich, als Heiliger aufzutreten.
Er wählte eine gewisse Stadt aus und erklärte öffentlich, dass der ortsansässige Weise ein Ignorant sei. Er versprach, dies mit einer einzigen Frage zu beweisen, die er ihm am folgenden Tag auf dem Marktplatz zu stellen gedenke. Der erzürnte Weise war zur vorgeschlagenen Zeit zur Stelle. Die gesamte Bevölkerung fand sich ein.

„Ich will diesem Herrn nun eine Frage stellen“, sagte Nasrudin
zur versammelten Volksmenge, „und falls er dieselbe nicht beantworten kann, werdet ihr wissen, wer von uns beiden der Dummkopf ist.“ Indem er sich dem Weisen zuwandte, der in der geistlichen Sprache der Araber äußerst bewandert war, sprach er: „Sag mir, was bedeutet das Wort: „Marafsh ?“
„Ich weiß es nicht“, antwortete der Weise,
der den Begriff übersetzt hatte.
Und so verjagte ihn das Volk als Betrüger.

Als er Nasrudin auf der Straße begegnete, die aus der Stadt hinaus führte, sagte der Weise: „Du hast mich betrogen.“ „Wie lange bist du der Ortsweise dieser Stadt gewesen?“ fragte Nasrudin. „Dreißig Jahre“, antwortete der Weise mit zitternder Stimme. „Und die Weisheit, die du diesen Leuten beigebracht hast, besteht die bloß darin, zu wissen, wie man sich betrügen lässt?“

Der Sohn des Kamels


Ein Mann ging zu Mohammed und bat ihn um ein Kamel.„Ich werde dir das Kind eines Kamels geben“, sagte der Prophet. „Wie kann das Kind eines Kamels das Gewicht eines riesigen Menschen wie mich tragen?“ fragte der Mann. „Ganz einfach“, erwiederte der Prophet. „Ich werde deinen Wunsch und meinen erfüllen. Nimm dieses ausgewachsenen Kamel – ist es den nicht der Sohn – das Kind – eines Kamels ?“

Willst du glücklich sein ?

Willst du glücklich sein ?
Dann mach dein Leben so seelenvoll
einfach wie schlafloses Atmen.
~ Sri Chinmoy




Dschuang Dsi sagte einst...

Edle Musik paßt nicht für Bauernohren. Wenn sie aber irgendeinen Gassenhauer hören, so brechen sie in brüllendes Gelächter aus. Ebenso haften hohe Worte nicht im Herzen der Masse. Worte der Wahrheit übertönen nicht das gemeine Geschrei. Mit zwei irdenen Töpfen kann man eine Glocke übertönen, also daß sie ungehört verhallt. Heutzutage aber ist die ganze Welt verblendet, und wenn ich sie auch anflehen wollte, den rechten Weg zu gehen, wie könnte ich etwas erreichen? Wenn man aber weiß, daß man nichts erreichen kann, und will es doch erzwingen, so ist es dieselbe Verblendung. Darum ist es besser, sie laufen zu lassen und sich nicht weiter um sie zu kümmern. Wenn ich mich aber um die Menschen nicht mehr kümmere, wen hab’ ich dann, den Schmerz mit mir zu teilen?

Zhuangzi (oder auch Dschuang Dsi; ca. 365 – 290 v. u.Z.)

Alle wollen Gurus sein. Wer will schon Schüler sein ? *Sri Ramakrishna

~ Erkläre mir die Geheimnisse ~

Ein Mann voll von Selbst kam und sagte, "Erkläre mir die Geheimnisse."
Ich sagte, "Ich kann Dir nicht die Geheimnisse erklären.Ich erkläre die Geheimnisse, in dem ich nicht ihn sehe, sondern in dem ich mich sehe. Ich erkläre die Geheimnisse des Selbst mir selbst. Ich sehe mich nicht in Dir, ich sehe jemand anderes."Wenn jemand zu jemand anderem kommt, ist er einer von drei Arten: Entweder ein Schüler oder ein Gefährte oder ein Lehrer. Welche Art bist Du? Bist Du nicht zu mir gekommen? Er sagte, "es ist offensichtlich, in welcher Beziehung ich zu Dir bin."Ich sagte, "Es ist offensichtlich. Ich sehe ihn in Dir. Da er in Dir ist, bin ich nicht in Dir, denn ich bin nicht er." *Shams-e Tabrizi

Licht


Ich sah einen kleinen Jungen, der trug ein Licht. Ich fragte ihn: "Wo ist denn das Licht her?" Da blies er es aus und fragte zurück: "Kannst du mir sagen, wo es nun hingegangen ist?" *Al-Hasan Al-Basri, (642 - 728)

Grenzen des Rats


Die Schüler des Meisters Baalschem hörten einst von einem Weisen. Einige unter ihnen verlangte es, ihn aufzusuchen und seine Lehre zu erfahren. Der Meister gab ihnen die Erlaubnis; sie aber fragten weiter: „Und woran sollen wir erkennen, ob er ein wahrer Weiser ist ?“ Der Meister gab zur antwort: „Erbittet von ihm einen Rat, und zwar, wie ihr es anzufangen habt, das jene unheiligen Gedanken euch nicht mehr beim Beten und Lernen stören. Gibt er euch für dieses, einen Rat, so wisst ihr, daß er der Nichtigen einer ist. Denn das ist der Dienst, die Arbeit des Menschen in der Welt bis zur stunde des Spirituellen Todes, Mal um Mal mit dem Fremden zu ringen und es Mal um Mal einzuheben in die Eigenschaft des göttlichen Namens.

Der hilfreiche Berg


Es wird erzählt: Steil und abschüssig sind die Gipfel jenes Gebirges, an dessen sanftem Hange der Weise wohnte. In den Stunden der Abgeschiedenheit pflegte er zu ihnen aufzusteigen und hier zu verweilen. Einmal war seine Verzückung so tief und Lichtvoll, dass er nicht merkte, das er am jähen Abgrund stand, und gelassen den Fuß zum Weitergehen hob. Da sprang der Nachbarsberg herbei, drückte sich eng an den andern, und der Weise ging des Weges weiter.

Lesen

Zusammenkunft

Überliefert wurde, dass eines Tages in den Konvent zu Ma`ruf al-Karkhi, ein Reisender kam. Er wusste die Gebetsrichtung nicht, wandte das Gesicht nach einer anderen Seite und betete. Als die Zeit des Pflichtgebets herankam, wandten sich die Konventgefährten der vorgeschriebenen Richtung zu und beteten. Jener Reisende schämte sich und sagte: „Warum habt ihr mich nicht zurechtgewiesen?“ Ma`ruf erwiderte: „Wir sind Derwische. Was hat der Derwisch mit Zurechtweisung zu tun?“, und er umsorgt jenen Reisenden so aufmerksam, dass es gar nicht zu beschreiben ist.

- Innere Bedeutung:
Die Richtige Gebetsrichtung bedeutet, um die Transformation oder Korrektur des eigenen Egos, der eigenen egoistischen Eigenschaften und Absichten zu Bitten. Das Wort Gebet („Tfila“) wird vom Wort „palal“, sich selbst urteilen, abgeleitet. Ein Mensch der betet ist ein Mensch, der über sich selbst urteilt und erkennt, dass er eine egoistische Natur hat. Es ist jemand der sein Ego enthüllt hat und diese Eigenschaften Tranformieren möchte. Er möchte diesen Weg nicht weitergehen und seine Mitmenschen künftig besser behandeln. Er wendet sich an die höhere Macht mit der Bitte, sein Ego zu korrigieren. Durch seinen aufrichtigen Willen erlangt er das höhere Licht, das ihn zum Guten korrigiert.

Der Baum

Ein Mann reiste durch die Wüste. Er war hungrig, durstig und müde. Plötzlich sah er einen Baum voller saftiger Früchte, der reichlich Schatten bot. Unter ihm sprudelte eine Quelle. Er aß Früchte, trank Wasser und ruhte sich im Schatten aus. Als er gehen wollte, sagte er zu dem Baum: „Wie kann ich dich segnen?“ „Soll ich darum bitten, dass du süße Früchte trägst? Nein, deine Früchte sind bereits süß.“ „Oder soll ich um reichlich Schatten bitten? Nein, den spendest du ja schon. Oder soll ich um eine Quelle bitten? Nein, die ist ja bereits da.“ „Aber um eines kann ich bitten: Mögen alle Bäume, die von deinem Samen wachsen, wie du werden.“