Die Geschichte der LIEBE..

..musst du von der LIEBE selbst hören. Denn wie ein Spiegel ist sie stumm und sprechend zugleich.(*Rumi)

Masud & der Fischerjunge

Einmal wurde der König Masud, der Glückliche, plötzlich von seinem Heer getrennt. Als er so allein ohne Begleiter ritt, sah er ein Kind am Meeresufer sitzen, das ein Netz auf dem Meeresgrund ausgeworfen hatte. Der König grüßte es und setzte sich zu ihm. Das Kind war traurig, sein Herz bekümmert und seine Seele müde. Er fragte: “ Kind, warum bist du  so traurig ? Ich habe noch niemanden so traurig wie dich gesehen.”Das Kind sprach: “ Oh tapferer Herr, wir sind sieben Kinder ohne Vater. Die Mutter ist verlassen, sehr arm und allein. Um zu fischen, werfe ich jeden Tag das Netz aus und bleibe bis zur Nacht. Ich Fange Fische mit hundert Sorgen, bis in die Nacht, oh Herr, das ist mein tun. ”Der König sprach: “ Möchtest du, betrübtes Kind, dass ich dir helfe?” Das Kind willigte ein, und der König wurde sein Gefährte und warf das Netz  in das Meer. Das Netz des Kindes fing die Gunst des Königs ein und an diesem Tag bestimmt hundert Fische. Als das Kind die vielen Fische vor sich sah, sagte es zu sich: “Was habe ich für ein wunderbares Glück. Wie groß ist es, oh Diener, dass dir diese vielen Fische ins Netz gegangen sind ?” Der König sprach: “ Geh, junge, wenn du etwas über deinen Fischfänger weißt. Du bist jetzt glücklicher als ich, weil dein Fischer ein König ist” Nachdem er das gesprochen hatte, kehrte er zu seinem Pferd zurück. Das Kind sagte zu ihm: “Leg mir meinen Anteil zur Seite” Er erwiederte: “ Heute trenne ich nicht den zehnten Teil. Was morgen gefangen wird, soll mir gehören. Morgen sollst du meine Beute sein, und die eigene Beute gebe ich niemandem.” Als das Kind am anderen Tag zum Palast lief, ging es, um Gefährte des Königs zu sein. Ein Oberst kam und rief es. Der König setzte es als seinen Gefährten auf den Thron. Jeder sagte: “König, er ist ein Bettler.” Der König erwiederte: “Was er auch sein mag, er ist mein Gefährte. Weil ich ihn annahm, kann man ihn nicht ablehnen.” Das sprach er und machte ihn zum Herrscher wie er selbst. Ein Bittsteller fragte jenes Kind: “ Woher hast du das alles ?” Es antwortete: “Die Freude kam und die Trauer ging, denn der Herr des Glücks ging an mir vorbei.”

*Fariduddin Attar

Die beiden Brüder

Im Dorf lebten einmal zwei Brüder in Eintracht. Sie bebauten zusammen ganz fleißig den geerbten Acker. Bei der Ernte brachten sie das Getreide ein und teilen es sich zu gleichen Teilen.

An einem Herbsttag machte sich der jüngere, noch ledige Bruder Gedanken über seinen älteren, verheirateten mit Kindern und empfand am Ende die gleich Teilung der Ernte ungerechtfertigt. So nahm er in der Nacht einige Garbenbündel aus seinem Speicher und lagerte sie heimlich in der Kornkammer seines Bruders.
Andererseits war der ältere Bruder der Meinung, dass die Getreidehalbierung falsch sei, da er schon eine sichere Familie gegründet habe und sein jungere, noch lediger Bruder für eine baldige Heirat mehr brauche. Aus diesem Grund trug er nachts ebenfalls einen Haufen Getreidegarben aus seinem Lager zum anderen.

Am nächsten Tag fanden jedoch die beiden Brüder die gleiche anzahl der Garbenbündel wie zuvor in ihren eigenen Speichern. Deshalb wiederholt jeder den nächtlichen Getreiden transport. Am nächsten Morgen änderte sich wiederum die jeweilige anzahl der Bündel nicht. In der dritten und vierten Nacht trugen die beiden Brüder die Bündel zum anderen und trafen sich letzten Endes auf dem Weg. So überzeugten sie sich von ihrer gegenseitig engen Brüderschaft und warfen sich zu Tränen gerührt in die Arme. 


Macht doch nichts

Der Meister trägt ganz zerissene Kleidung. Als ein Schüler ihn in der Stadt diesbezüglich anspricht erhält er die Antwort: »Macht doch nichts, hier kennt mich doch keiner.« Als der Schüler den Meister in seinem kleinen Heimatdorf in derselben verwahrlosten Aufmachung wiedertrifft und ihn nochmal deshalb anspricht, sagt der Meister: »Macht doch nichts, hier kennt mich doch jeder.«

"Man beginnt, die Worte zu studieren, und sie erst danach zu verstehen"


Rumi der Derwisch

"Auf der ganzen Welt gibt es nicht seinesgleichen!"

Die Geschichte von Abu Dîsa, welcher "Sperling" genannt wurde, 
und von seinen wunderbaren Erlebnissen:








"In einem Buch studiert er Und wiegt den Kopf dabei. Doch weiß er ganz gewiß nicht, Was drin enthalten sei."